One Hour Foto

    Aus Film-Lexikon.de

    Sy Parrish, Leiter der Fotoabteilung in einem Supermarkt, macht - wie jeden Tag - seinen Job. Doch heute ist ein besonderer Tag. Denn Nina Yorkin, eine treue Kundin, holt wieder einmal die fotografischen Beweise ihres glücklichen Familienlebens ab, die Sy wie immer mit besonderer Sorgfalt entwickelt hat. Die attraktive Mittdreißigerin ahnt nicht, dass der freundliche Mann hinter dem Ladentisch seit Jahren ihre Fotos heimlich vervielfältigt und bei sich daheim an der Wohnzimmerwand - akribisch aneinander gereiht - aufhängt. So weiß Sy so ziemlich alles über Nina, ihren sympathischen Sohn Jake und Ehemann Will. Der Foto-Mann, der einsam und zurückgezogen lebt, identifiziert sich inzwischen so sehr mit den Yorkins, dass er sich für das Wohlergehen der Familie verantwortlich fühlt. Als Sy eines Tages dahinter kommt, dass Will Yorkin seine Frau betrügt und damit sein Idealbild der Familie mit einem Mal zerstört ist, reift in ihm ein mörderischer Plan: Er beschließt, die betrogene Nina zu rächen. Am nächsten Tag quartiert er sich in jenem Hotel ein, das Will regelmäßig für seine Seitensprünge benutzt - in seiner Tasche: ein überdimensionales Jagdmesser ...



    Filmstab

    Regie Mark Romanek
    Drehbuch Mark Romanek
    Kamera Jeff Cronenweth
    Schnitt Jeffrey Ford
    Musik Reinhold Heil, Johnny Klimek
    Produktion Pamela Koffler, Christine Vachon, Stan Wlodkowski

    Darsteller

    Seymour Parrish Robin Williams
    Nina Yorkin Connie Nielsen
    Will Yorkin Michael Vartan
    Jakob Yorkin Dylan Smith
    Det. James Van Der Zee Eriq La Salle
    Maya Burson Erin Daniels
    Yoshi Araki Paul H. Kim
    Bill Owens Gary Cole
    Mrs. Von Unwerth Marion Calvert
    Mr. Siskind David Moreland

    Kritiken

    film-dienst 2002-19: Ein vereinsamter Fotolaborant schafft sich eine Traumwelt mit Fotografien einer Kundin, die einer scheinbar perfekten Familie angehört. Als die Frau von ihrem Mann betrogen wird, greift er bedrohlich in den Alltag seiner obsessiven Beziehung ein. Spielfilmdebüt mit einer nur auf den ersten Blick lakonischen Bildsprache, die sich zunehmend als geschwätzig erweist. Das in Ausstattung und Farbgebung detailreiche Design neigt zu Übertreibungen und lässt dem Hauptdarsteller kaum den Spielraum, das Psychogramm eines extremen Täters aus der Konventionalität zu befreien.