Moonlight Mile

    Aus Film-Lexikon.de

    Cape Anne, ein kleines Städtchen in Massachusetts, 1973: Wenige Tage vor ihrer Hochzeit wird ein junges Mädchen zufälliges Opfer eines Mordschützen. Der zukünftige Ehemann Joe Nast fühlt sich aus einem diffusen Treuegefühl heraus verpflichtet, bei den Eltern Ben und Jojo Floss zu bleiben und steigt sogar halbherzig in das Immobiliengeschäft seines "Schwiegerpapas" ein, der ihn als Tochterersatz und Kumpel betrachtet. Während die Eltern das tragische Ereignis verdrängen und sich in Sarkasmus (JoJo) oder blinden Aktivismus (Ben) flüchten, will Joe es in seiner Unsicherheit allen recht machen und niemanden enttäuschen. Deshalb verschweigt er auch ein schwerwiegendes Geheimnis. Als er sich in die sinnliche Barfrau Bertie verliebt, trifft er eine längst überfällige Entscheidung. Aber auch Bertie muss einen Verlust verkraften. Ihr Freund gilt seit drei Jahren in Vietnam als vermisst. Durch einen ehrlichen Befreiungsschlag löst Joe den Knoten. Für vier Menschen gibt es wieder Hoffnung auf einen Neuanfang. Das Leben geht weiter ...



    Filmstab

    Regie Brad Silberling
    Drehbuch Brad Silberling
    Kamera Phedon Papamichael
    Schnitt Lisa Zeno Churgin
    Musik Mark Isham
    Produktion Brad Silberling

    Darsteller

    Ty Richard T. Jones
    Joe Nast Jake Gyllenhaal
    Ben Floss Dustin Hoffman
    JoJo Floss Susan Sarandon
    Mona Camp Holly Hunter
    Bertie Knox Ellen Pompeo
    Stan Michaels Allan Corduner
    Mike Mulcahey Dabney Coleman

    Kritiken

    Dirk Jasper: "Moonlight Mile" hält den Balanceakt zwischen einer durchaus komischen Coming-of-Age-Komödie und einem emotionsgeladenen Drama, das sich mit dem Weiterleben nach dem Verlust eines geliebten Menschen auseinandersetzt. Das ausgezeichnete Ensemble, bestehend aus dem Jungstar Jake Gyllenhaal ("Donnie Darko") und den Oscar-Gewinnern Dustin Hoffman und Susan Sarandon, die das Elternpaar spielen, trägt die von Silberling einfühlsam umgesetzte und berührende Story.

    Peter Leveringhaus (Rhein-Zeitung 4. April 2003): Regisseur Silberling verarbeitet in seinem dritten Kinofilm die tragische Geschichte der Ermordung seiner eigenen Verlobten. Sein Ansatz, die für ihn schmerzhafte, darüber hinaus hochsensible Story zwischen Screwball-Komödie und bitter-süßem Kammerspiel changieren zu lassen, ist gewagt, aber ausgesprochen sehenswert.

    film-dienst 07/2003: Tragikomisch angelegter, von autobiografischen Zügen des Regisseurs geprägter Film, der von traurigen Dinken nicht rührselig, sondern mit einem lakonischen, fast humorvollen Ton erzählt. Präzise in seinen Beobachtungen menschlicher Verhaltensweisen, sorgfältig inszeniert und gespielt.