Michelangelo Antonioni

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    italienischer Regisseur; * 29. September 1912 in Ferrara; † 30. Juli 2007 in Rom

    Antonioni war einer der bedeutendsten Regisseure des italienischen Films. Vor seinem Erstlingswerk "Chronik einer Liebe" (1950) hatte er einige Drehbücher geschrieben, mehrere preisgekrönte Dokumentarfilme wie "Leute vom Po" gedreht und Roberto Rossellini, dem Meister des italienischen Neorealismus, als Regieassistent gedient. Wie ein roter Faden durchzieht das Werk Antonionis die Isolation des Menschen in gefühlskalter Zeit, die Verwirrung seiner Gefühle und schließlich ihr Absterben auf Grund der gesellschaftlichen Kälte.

    Antonioni drehte seine Filme in zutiefst pessimistischer Grundhaltung, die sich von Film zu Film zu einer resignativen Beobachter-Rolle hin entwickelte ("Kinder unserer Zeit", 1952, "Die Freundinnen", 1955, "Der Schrei", 1957). Mit den Filmen "Die Nacht" (1962) und "Blow Up" (1966) gelangte Antonioni zu Weltruhm. "Blow Up", die Geschichte eines Modefotografen zwischen Halluzination und Realität, die vielerlei Deutungen zulässt, wurde in Cannes mit der "Goldenen Palme" ausgezeichnet. 1970 entstand in Amerika der außerordentlich erfolgreiche Film "Zabriskie Point", ein dramatischer Abgesang auf die kapitalistische Ordnung und rebellische Jugendbewegung gleichermaßen.

    In den 1980er Jahren zog sich der Regisseur aus Altersgründen weitgehend aus dem Filmgeschäft zurück. 1995 drehte er, inzwischen an den Rollstuhl gefesselt, zusammen mit Wim Wenders den Film "Jenseits der Wolken".


    Filmografie - Regisseur


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    nom 1966 Best Director --