Mein Bruder der Vampir

    Aus Film-Lexikon.de

    Drei Geschwister Josch, Mike und Nic, sind auf der Suche nach der ersten Liebe und machen ganz unterschiedliche Erfahrungen. Josch ist der Älteste, Dracula-Fan und geistig behindert. Eine Tatsache, die ihn nicht davon abhält, sich in Nadine, der neuen Freundin seines Bruders Mike zu verknallen und sich zum Geburtstag Sex mit ihr zu wünschen. Mike - mit den Herausforderungen seiner jungen Beziehung selbst völlig überfordert - ist von Joschs offenen Avancen seiner Freundin gegenüber wenig begeistert. Hin und her gerissen zwischen seinem Verantwortungsgefühl für seinen behinderten Bruder und den eigenen Gefühlen für Nadine droht er beide zu verlieren. Um den jungfräulichen Josch auf andere Gedanken zu bringen, beschließt er, seinen Bruder in die Freuden der Liebe einzuweisen. Was mit einer Lektion in Sachen Selbstbefriedigung noch harmlos beginnt, endet schließlich auf einem finsteren Wohnmobilstrich im totalen Chaos. Die dritte im Bunde der Geschwister, Nic, ist das Nesthäkchen der Familie. Ein wütendes, einsames und heftig pupertierendes Gör, das sich unsterblich in Manu, den selbstverliebt-eitlen Chef der lokalen Spielplatzgang verknallt hat. Definitiv mit ihm und keinem anderen will sie ihr erstes Mal durchziehen. Doch Manu will nichts von ihr wissen - noch nicht.



    Filmstab

    Regie Sven Taddicken
    Drehbuch Matthias Pacht
    Schnitt Jens Klüber
    Musik Putte
    Produktion GAMBIT - Christian Hünemörder, Michael Jungfleisch

    Darsteller

    Josch Klauser Roman Knizka
    Mike Klauser Hinnerk Schönemann
    Nic Klauser Marie Luise Schramm
    Nadine Julia Jentsch
    Manu Alexander Scheer
    Marlies Klauser Barbara Stoll
    Rudi Gottfried Breitfuß
    Chantal Marie-Lou Sellem

    Kritiken

    Cinema 2002-10: Dem 27-jährigen Sven Taddicken, Absolvent der Ludwigsburger Filmakademie, sind in seinem Debüt gleich zwei Kunststücke gelungen: ein völlig unverkrampfter Umgang mit Behinderung und ein origineller Blick auf die schönste Nebensache der Welt. Denn jenseits aller Samenstau-Dramen erzählt der kleine, aber feine Film seine poetische Geschichte übers Bumsvögeln tatsächlich so, als wär's das erste Mal.

    film-dienst 20/2002: Eine 14-Jährige, ihr geistig behinderter Bruder, der unmittelbar vor seinem 30. Geburtstag steht, und ihr "Normalo"-Bruder treiben sich gegenseitig durch turbulente Liebesverwicklungen, wobei sich der hervorragend gespielte Film zur verspielt-einfallsreichen Kino-Utopie verdichtet. Themen wie Behinderung und Sexualität werden dabei unverkrampft angegangen; die stringente Dramaturgie steigert das Geschehen zu einer teils überdrehten, stets aber zum Nachdenken anregenden Hymne auf die Liebe und das Leben.


    Wertungen

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    Original -
    Jahr/Land 2001 / Deutschland
    Genre Komödie
    Film-Verleih Pegasos Filmverleih und Produktion GmbH
    Laufzeit 89 Minuten
    Kinostart 26. September 2002