Malunde

    Aus Film-Lexikon.de

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    Südafrika, nach dem Ende der Apartheid: Wonderboy, ein schwarzes Straßenkind, kämpft auf den Straßen Johannesburgs um das Überleben: obdachlos, auf der Straße. Kobus, früher Soldat des rassistischen Apartheid-Regimes, kann die "guten alten Zeiten" nicht vergessen, als er "jemand" war, ein für seine Tapferkeit ausgezeichneter Held. Jetzt lebt er am Rande der Gesellschaft. Kobus nimmt einen Job als Vertreter an.

    Mit einem Lieferwagen voller Möbelwachs steht er an einer Straßenkreuzung. Wonderboy macht ihm die Scheiben sauber und hofft auf etwas Kleingeld. Gangster Stix stürmt auf die beiden zu, eine Pistole im Anschlag: Er will Wonderboy umbringen. Der Junge hat nur eine Chance: Er springt in Kobus' Auto als würden sie beide gerade überfallen. Kobus rast mit dem Jungen davon. Kobus will den "kleinen Gangster" so schnell wie möglich loswerden. Er jagt ihn weg, doch als sein Lieferwagen nachts aufgebrochen wird, ist Wonderboy zur Stelle. Wonderboy wird Kobus Helfer:

    Kobus ist kein guter Verkäufer, aber Wonderboy hat auf den Straßen von Johannesburg das Überleben gelernt. Und so beginnt eine Reise, die die beiden von anfänglichem Misstrauen, ja Feindschaft zu Versöhnung führt und den Weg in eine ungewöhnliche Zukunft öffnet.



    Filmstab

    Regie Stefanie Sycholt
    Drehbuch Stefanie Sycholt
    Kamera Jürgen Jürges (BVK)
    Schnitt Ulrike Tortora
    Musik Annette Focks
    Produktion Jürgen Biefang, Dieter Horres, Marlow de Mardt, Brigid Olën (Südafrika)

    Darsteller

    Kobus Ian Roberts
    Wonderboy Kagiso Mtetwa
    Breakfast Musa Kaiser
    Diane Malan Wilmien Rossouw
    Estelle Grethe Fox
    Mam Lucy Dolly Rathebe
    Elsie Esmeralda Bihl
    Rina Michelle Burgers
    Andy Danny Keogh
    Grandmother Khumalo Mary Twala

    Kritiken

    film-dienst 22/2002: Road Movie über einen schwarzen Straßenjungen und einen ehemaligen Kämpfer der Apartheid-Armee in Südafrika. Das Gefühl von Heimatlosigkeit und der Verlust von Verwandten verbindet die beiden ungleichen Protagonisten. Einfühlsam an Originalschauplätzen in Südafrika gedreht, gewinnt der Film durch die humorvolle und spannende Dramaturgie, die sparsam eingesetzte südafrikanische Musik und die entschlossene Kameraführung. Dank seiner hervorragenden Schauspieler gelingt es, der jahrelangen Ausnahmesituation des Landes ohne sentimentale Anklänge gerecht zu werden und die Lebensbedingungen in Südafrika nach dem Ende der Apartheid außergewöhnlich mitfühlend zu beschreiben.