Luna Papa

    Aus Film-Lexikon.de

    In einem kleinen Dorf unweit von Samarkand lebt die etwas exzentrische Familie Bekmouradova: die 17-jährige Mamlakat, ihr verwitweter Vater Safar und ihr Bruder Nasreddin, der geistig verwirrt aus dem Krieg in Afghanistan zurück gekehrt ist. In dieser verlassenen Ecke von Zentralasien wimmelt es von Gangstern, armseligen Schwindlern und einer Menge anderer düsterer Gestalten. Die selten in Erscheinung tretende Polizei ist machtlos, und so werden Gesetz und Ordnung von einer Gruppe ehemaliger, in einem alten Tankwagen patroullierender Soldaten repräsentiert. Mamlakat träumt davon, Schauspielerin zu werden, und treibt sich, wann immer es geht, im Theater herum. Eines Nachts wird sie im Mondschein von einem mysteriösen Fremden veerführt, der vorgibt, ein Freund von Tom Cruise zu sein. Bald darauf stellt Mamlakat fest, dass sie schwanger ist. Eine heimliche Abtreibung wird auf höchst skurrile Weise vom Schicksal verhindert, und so macht sich Safar, der wild entschlossen ist, die Ehre der Familie wieder herzustellen, mit Tochter und Sohn auf die Suche nach dem Verführer. Die Reise in einem alten Lastwagen wird zum temporeichen Abenteuer-Trip, bevor Mamlakat endlich den Mann ihres Lebens findet. Doch es ist wie verhext: Die Hochzeitsfeier ist noch nicht zu Ende, als ein weiteres unglaubliches Ereignis das lang ersehnte Glück aus den Angeln hebt ...



    Filmstab

    Regie Bakhtyar Khudojnazarov
    Drehbuch Irakli Kwirikadze
    Kamera Martin Gschlacht, Dusan Joksimovic, Rostislav Piromov, Rali Ralchev
    Schnitt Kirk von Heflin, Evi Romen
    Musik Daler Nasarov
    Produktion Karl Baumgartner, Heinz Stussak, Igor Tolstounov, Thomas Koerfer, Philippe Avril für Pandora/Prisma

    Darsteller

    Mamlakat Chulpan Khamatova
    Nassreddin Moritz Bleibtreu
    Safar Ato Mukhamedshanov
    Stimme von Chabibullah Polina Raykina
    Alek Merab Ninidze
    Yassir Nikolai Fomenko
    Sube Lola Mirzorakhimova
    Akbar Sheraly Abdulkaisov
    Gynäkologe Dinmukhammed Akhimov
    Alisher Khamraev Azalbek Nasriev

    Kritiken

    Dirk Jasper: Bakhtiar Khodoinazarovs ungestüm fabulierendes, vor Energie berstendes Märchen entstand unter abenteuerlichen Umständen in Tadschikistan und begeisterte die Zuschauer beim Filmfest in Venedig 1999.

    Tobias Kniebe (Süddeutsche Zeitung): Von diesem Regisseur wird man auf jeden Fall hören. Er schafft es immer wieder, mit Szenen von absurder Poesie zu überraschen, bei denen nicht nur Schäfern die Haare zu Berge stehen. Und genau solche Szenen sind es, die das Kino der Gegenwart wieder wach machen.

    Christiane Peitz (Die Zeit): "Luna Papa" trotzt der Wirrnis des Weltenlaufs eine wilde Poesie ab, ein anarchisches Chaos, in dem die Liebe eines jungen Mädchens den Tod übersteht.


    Wertungen

    3.4 Sterne
    5 Bewertungen
    Jahr/Land 1999 / Österreich, Deutschland, Russland, Schweiz, Frankr
    Genre Abenteuer
    Film-Verleih Arthaus Filmverleih GmbH
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 107 Minuten
    Kinostart 27. Juli 2000