Lulu und Jimi

    Aus Film-Lexikon.de

    Es ist die Zeit des Rock'n'Roll in Deutschland - Lebenslust und Rebellion liegen in der Luft. Lulu (Jennifer Decker), die Tochter einer bankrotten Fabrikantenfamilie, verliebt sich in den gut aussehenden, aber mittellosen Schwarzen Jimi (Ray Fearon). Die konservative kleinstädtische Umgebung ist entsetzt, vor allem Lulus Mutter (Katrin Sass) versucht, die reaktionären Kräfte ihrer Freunde gegen die unerwünschte Liebe zu mobilisieren: Sie setzt den Chauffeur Schultz (Udo Kier) und den Arzt von Oppeln (Hans-Michael Rehberg) auf die beiden an, um das Glück mit allen Mitteln zu verhindern.

    Aber Lulu und Jimi lassen sich durch Nichts und Niemanden aufhalten! Sie leben ihre Liebe auf der Flucht, den Verfolgern immer einen Schritt voraus. Bis sie in eine Falle geraten...



    Filmstab

    Regie Oskar Roehler
    Drehbuch Oskar Roehler
    Kamera Wedigo von Schultzendorff
    Schnitt Bettina Böhler
    Musik Martin Todsharow
    Produktion Uwe Schott, Gabriela Sperl

    Darsteller

    Lulus Mutter Katrin Saß
    Harry Hass Ulrich Thomsen
    Lulu Jennifer Decker
    Jimi Ray Fearon
    Lulus Vater Rolf Zacher
    Chauffeur Udo Kier
    von Oppeln Hans-Michael Rehberg
    Ernst Bastian Pastewka

    Kritiken

    cinefacts.de: Oskar Roehler schwelgt in Farben, in Popsongs, in Filmzitaten, wenn er seine Geschichte von der unsterblichen Liebe erzählt. Und er greift tief in die Kolportagekiste, um all die Klischees rauszupacken, die sich seit den Jugendfilmen der 50er Jahre angesammelt haben. Doch aus dieser Gemengelage kommt kein Murks raus - Roehler versteht es, mit boshaftem Witz und lustvollem Esprit seine Geschichte zu erzählen, das Porträt einer restriktiven Gesellschaft, die jede Lebensfreude abwürgen will.

    kino.de: Der neue schräge Film von Oskar Roehler rast wie eine Rakete auf der Überholspur. Fast wie Shakespeares "Romeo und Julia" kommt "Lulu und Jimi" daher, nur eine Portion poppiger mit wippenden Petticoats, Pferdeschwanz und dem Ursound des Rock'n'Roll. Die Funken sprühen zwischen Jennifer Decker und Ray Fearon, wenn sie als Lulu und Jimi ihren Traum leben.

    Lovestory, Gangsterstory und Märchen, Erotik und das ganz große Gefühl. Hauptsache wild! Ein buntes, knalliges und herzergreifend kitschig-schönes Melodram für alle, die ihre Sehnsucht nach mehr nicht mehr zügeln wollen und sich schwören, genug ist nicht genug.

    critic.de: Bisweilen meint man, Roehler wandle gar auf den Spuren eines Quentin Tarantino, dessen Filme ohnehin als Zitatensammlung der Kinogeschichte verstanden werden können. Im direkten Vergleich mit solch prominenten Namen zieht Lulu und Jimi aber den Kürzeren, was nicht wirklich verwundert. Schließlich erreicht eine Kopie nur in den seltensten Fällen die Strahlkraft des Originals.