Lovesong für Bobby Long

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    Als sie vom Tod ihrer Mutter Lorraine erfährt, kehrt Purslane Hominy Will nach langer Zeit zurück in ihre Heimatstadt New Orleans. Doch ihre Heimkehr verläuft für die 17-Jährige ganz anders als erwartet. Erst verpasst sie das Begräbnis um einen Tag. Dann stellt sie fest, dass sich der Familiensitz, ein einfaches Holzhaus am Stadtrand, in eine heruntergekommene Bruchbude verwandelt hat. Und zu allem Überfluss muss sie sich auch noch mit zwei fremden Männern arrangieren, die sich im Haus eingenistet haben: mit dem in die Jahre gekommenen Ex-Literaturprofessor Bobby Long und seinem Schützling Lawson Pines. Pursys Mutter hat den Dreien das Haus zu gleichen Teilen vermacht, und so entsteht eine unfreiwillige Wohngemeinschaft.

    Pursy bringt das Domizil nach und nach auf Vordermann - und ist ziemlich genervt von den beiden Männern, die sich als Bohemiens gebärden und behaupten, sie arbeiteten an einem Buch über Bobbys Leben, tatsächlich aber einen feucht-fröhlichen Müßiggang kultivieren. Doch ganz allmählich bildet sich eine eigenwillige Freundschaft zwischen der aufgeweckten Pursy und ihren Mitbewohnern.

    Und je besser sie sich mit Bobby und Lawson versteht, desto näher kommt sie den bitter-süßen Geheimnissen, die ihre alte Heimat für sie birgt ...



    Filmstab

    Regie Shainee Gabel
    Drehbuch Shainee Gabel
    Vorlage Ronald Everett Capps
    Kamera Elliot Davies
    Schnitt Lee Percy, Lisa Fruchtman
    Musik Nathan Larson
    Produktion Bob Yari, R. Paul Miller, David Lancaster

    Darsteller

    Bobby Long John Travolta
    Pursy Will Scarlett Johansson
    Lawson Pines Gabriel Macht
    Georgianna Deborah Kara Unger
    Cecil Dana Rhodes
    Junior David Jensen
    Lee Clayne Crawford
    Earl Sonny Shroyer
    Ray Walter Breaux
    Ruthie Carol Sutton

    Kritiken

    Rhein-Zeitung, 21. Juli 2005: Neben Scarlett Johansson brilliert John Travolta als facettenreicher Bobby Long mit grauen Haaren und Bartstoppeln. Obwohl dieser gealterte Mann Müdigkeit ausstrahlt, ist er zugleich charismatisch, komisch, weise. Gabriel Macht komplettiert das illustre Trio und zeichnet in seiner zurückgenommenen Art einen Verlorenen, der wieder zu sich findet und sein Potenzial ausschöpft. Newcomerin Shainee Gabel ist eine vielschichtige Familienerzählung gelungen. Die Filmemacherin öffnet die Tür zu einer Welt voll Freundschaft und Poesie.

    film-dienst 15/2005: Die melancholische Komödie huldigt auf kenntnisreiche Art dem Literaturbetrieb und zeichnet dank eines klug durchdachten Buchs ein sensibles Gruppenporträt, in dessen Verlauf über Werden und Vergehen philosophiert wird. Die überzeugende Hauptdarsteller tragen zum Gelingen des künstlerischen Konzepts bei.

    Financial Times Deutschland, 21. Juli 2005: Da kann das Drehbuch noch so vieler Schnitzer aufweisen, Scarlett Johansson ist einfach unschlagbar und spielt einen alten Hasen wie John Travolta lässig an die Wand. Dieser Lovesong pendelt zwischen Kitsch und Tragikomödie.