Love Is The Devil

    Aus Film-Lexikon.de

    Swinging London, 1964: Der berühmte Künstler Francis Bacon überrascht den jungen Ganoven George Dyer, als dieser in sein Atelier einbricht. Statt ihn jedoch der Polizei auszuliefern, macht er ihn zu seinem Liebhaber. Bacon, erfolgreich und umstritten, ist Zentrum einer Boheme von Künstlern, Fotografen, Literaten, Modellen und Lustknaben, die ihn hofieren und um seine Aufmerksamkeit buhlen. Dyer, der Kleinkriminelle aus dem Arbeiterviertel, entdeckt eine neue Welt: Eine Welt, in der er sich unwohl fühlt, die ihn jedoch magisch anzieht. Dyer wird zum Modell und zur Muse des Malers, er inspiriert den Künstler zu einigen seiner besten und erfolgreichsten Porträts. Doch Bacon betrügt ihn nach Lust und Laune mit anderen Männern, und der intellektuelle Freundeskreis des Künstlers hat nur Spott und Verachtung für den ungebildeten Proletarier übrig. Dyer betäubt seine Frustrationen durch immer exzessiveren Konsum von Alkohol und Drogen und verliert allmählich den Halt. Bacon will Dyer schließlich als Lover loswerden, ihn allerdings als Model halten. Dyer, unfähig, diese Beziehung zu lösen, zerbricht schließlich an ihr. Während Bacon bei der Vernissage einer triumphalen Retrospektive im Pariser Grand Palais als "der Größte unter den lebenden Künstlern" gefeiert wird, würgt sein Liebhaber im Hotelzimmer einen todbringenden Cocktail aus Alkohol und Tabletten hinunter.



    Filmstab

    Regie John Maybury
    Drehbuch John Maybury
    Vorlage Biografie "The Gilded Gutter Life Of Francis Bacon" von Daniel Farson
    Kamera John Mathieson
    Schnitt Daniel Goddard
    Musik Ryuichi Sakamoto
    Produktion Chiara Menage für BBC Film / Partners In Crime / State

    Darsteller

    Francis Bacon Derek Jacobi
    George Dyer Daniel Craig
    Muriel Belcher Tilda Swinton
    Isabel Rawthorne Anne Lambton
    Daniel Farson Adrian Scarborough
    John Deakin Karl Johnson
    Henrietta Moraes Annabel Brooks
    Blonde Billy Richard Newbold
    Französische Offizielle Ariel De Ravenel
    Ian Board Tallulah

    Kritiken

    Dirk Jasper: Mit Sir Derek Jacobi in der Rolle Bacons und Daniel Craig ("Obsession") als George Dyer gelang dem Autor und Regisseur John Maybury ein schillerndes Spielfilmdebüt von packender visueller Kühnheit.

    Der Spiegel 40/1998: Bacon hätte das Leinwandresultat vermutlich viel zu angestrengt artistisch gefunden - aber der Mann war ja Kummer gewohnt.

    film-dienst 20/1998: Stilistisch am Schaffen des Malers orientiert, entwirft der Film das schonungslose Porträt eines grüblerischen Ungeheuers, hält durch seine formale Gestaltung und die minimalistische Musik aber geschickt das Gleichgewicht und beschwört in seinen dichtesten Momenten ähnliche ästhetische Erfahrungen wie Bacons Bilder.