Leningrad - Der Mann, der singt

    Aus Film-Lexikon.de

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    ‚Leningrad’ heißt die Band, die in Russland jeder kennt. Live sind sie vielleicht das Beste, was es gibt. Rau und kraftvoll. Randvoll gepackt mit Lebensmut und Energie. Tierisch viel Energie, sagen die Fans, und: Die Musik gibt dir Kraft, auch schwierige Zeiten zu überstehen. Wenn Sergej ‚Shnur’ Shnurov im verschwitzten T-Shirt auf der Bühne steht und seine Texte herausbrüllt, dann brüllen alle mit: ‚Freiheit ist das, was in dir drin ist!’ Rock’n Roll-Berserker Shnur flucht, kotzt sich aus, verausgabt sich. Die authentische Geste als Provokation. Moskaus Bürgermeister Luschkov hat alle öffentlichen Auftritte der Band in der Hauptstadt kurzerhand verboten. Trotz aller Anfeindung und offiziellen Ablehnung: Shnurs Alben schaffen es mühelos in die Top 10, obwohl oder gerade weil er sich dem Mainstream verweigert hat. Seine Texte sind immer lustig, immer zotig, ironisch, böse, und - manchmal - auch kritisch. Shnur liebt die einfachen Leute, die Außenseiter, die Junkies, die Prols, die Säufer, die Wahrheit der Straße.

    ‘Leningrad – das ist wie ein Pornofilm‘ sagt er über seine Band,’ mit kleinsten Mitteln größtmögliche Emotionen hervorrufen.‘ Und das gelingt ihm ohne Frage. Doch bei aller Provokation will Shnur kein Dissident sein. Er ist ein Seismograf, der die schnelle Veränderung Russlands, mit all ihren Widersprüchen, in massentaugliche Popkultur verwandelt hat. Das Lebensgefühl der Generation Putin.

    Im Dezember 2008 gab Shnur die Auflösung der Band bekannt.




    Filmstab

    Regie Peter Rippl
    Drehbuch Peter Rippl
    Kamera Roland Bertram, Sergej Jermolenko, Peter Rippl, Ingvar Arnswald, Robert Metsch
    Musik Sergej Shnurov & Leningrad
    Produktion Marina Ejwadis, Jeanna Koschanova

    Kritiken

    kino.de: Der Film vermittelt genau dieses Lebensgefühl der Band und lebt von der Musik, den Texten und der Stimme Shnurs. Damit gewinnt er die Sympathie sowohl der jüngeren als auch der älteren Zuschauer.


    Wertungen

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    Jahr/Land 2009 / Deutschland, Russland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Real Fiction
    Laufzeit 82 Minuten
    Kinostart 20. Mai 2010