La Cienaga Morast

    Aus Film-Lexikon.de

    Der Februar im Nordwesten Argentiniens kann sehr heiß und schwül sein. Alles brütet in einem Käfig aus Hitze und wird vor Trägheit langsam verrückt. Die Sonne bricht die Erde auf. Tropische Regengüsse verwandeln den Boden in sumpfigen Morast - in tödliche Fallen für größere Tiere und Brutstätten für Ungeziefer jeder Art.

    Mecha ist um die 50, Mutter von vier Kindern, Ehefrau eines Mannes, der sich die Haare färbt, und Hausherrin mit den üblichen Dienstbotenproblemen. Nichts, was ein paar Drinks nicht heilen könnten. Oder wie Tali sagen würde: In diesem Hause ist der Alkohol der liebste Gast. Tali ist Mechas Cousine. Sie hat vier laute Bälger. Ihr Mann liebt sein Haus, seine Kinder und die Jagd. Sie wohnen in der Stadt La Ciénaga, was ungefähr soviel bedeutet wie "sumpfiger Morast". Um der Hitze zu entfliehen, verbringen Mecha und ihre Familie den Sommer in La Mandragora, einem Landsitz, dessen Glanz längst verblichen ist. Der Pool ist trübe, aber spendet doch ein Minimum an Erfrischung. Das Leben geht weiter, mit seinen kleinen Schmerzen und den großen Verletzungen - jenen, die bluten und anderen. Ein Unfall verbindet die beiden Familien in La Mandragora für die Glut eines Sommers.



    Filmstab

    Regie Lucrecia Martel
    Drehbuch Lucrecia Martel
    Kamera Hugo Colace
    Schnitt Santiago Ricci
    Produktion Lita Stantic

    Darsteller

    Gregorio Martín Adjemian
    Joaquín Diego Baenas
    Verónica Leonora Balcarce
    Mercedes Silvia Bayle
    Momi Sofia Bertolotto
    José Juan Cruz Bordeu
    Mecha Graciela Borges
    Agustina Noelia Bravo Herrera
    Mariana Maria Micol Ellero
    Isabel Andrea Lopez

    Kritiken

    Kultur Spiegel 2002-08: Die argentinische Bourgeoisie in der Sinnkrise: unbefriedigte Triebe, nervende Gören, unzuverlässige Dienstboten - auf der letztjährigen Berlinale wurde diese impressionistische Tristesse als bestes Debüt prämiert.

    Cinema 2002-09: Dabei verzichtet die experimentierfreudige Filmkünstlerin auf eine durchgängige Handlung, reiht lieber schlaglichtartig Situationen aneinander. Das Ergebnis wirkt so distanzlos und authentisch wie eine Reality-TV-Show über den Niedergang der argentinischen Oberschicht. Auf der Berlinale 2001 wurde das sperrige Werk als bester Nachwuchsfilm prämiert. Ein schwerer, sogar für Freunde des Kunstkinos bisweilen zäher Brocken.

    Kultur Spiegel 2002-08: Die argentinische Bourgeoisie in der Sinnkrise: unbefriedigte Triebe, nervende Gören, unzuverlässige Dienstboten - auf der letzt jährigen Berlinale wurde diese impressionistische Tristesse als bestes Debüt prämiert.