L'autre monde - Die andere Welt

    Aus Film-Lexikon.de

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    Yasmine ist eine junge Pariserin algerischer Herkunft. Ihr Freund Rachid hatte sich in seiner Heimat Algerien zum Wehrdienst gemeldet und gilt seit einem Scharmützel mit Terroristen als vermisst. Yasmine kauft sich ein schwarzes Kopftuch und reist nach Algerien, fest entschlossen, ihren Freund wiederzufinden.

    Zwei Flugstunden von Paris entfernt gerät sie in eine völlig andere Welt. Es gelingt ihr, den Armee-Offizier ausfindig zu machen, in dessen Einheit Rachid gedient hatte. Trotz aller Warnungen lässt sie sich nicht entmutigen und dringt auf eigene Faust immer weiter in das krisengeschüttelte Land vor.

    Bei einer Busfahrt gerät sie in einen Hinterhalt fundamentalistischer Terroristen und wird entführt. Ihr Leben verdankt sie ihrem jungen Bewacher, Karim, der sich heimlich in sie verliebt und sie entfliehen lässt.

    In einer skurrilen Absteige am Rand der Wüste findet Yasmine schließlich ihren Freund wieder. Er konnte dem Massaker zusammen mit einem Kameraden entkommen, der den Verstand verloren hat und den er pflegt. Rachid selbst ist körperlich unversehrt, seine Verletzungen sind seelischer Art.

    Nach anfänglicher Fremdheit zwischen den beiden gelingt es Yasmine, Rachid zurückzugewinnen. Doch sie ahnt nicht, dass Karim ihr den ganzen Weg unbemerkt gefolgt ist und das Wüstenhotel aus der Nähe beobachtet. Er fasst einen Entschluß ...



    Filmstab

    Regie Merzak Allouache
    Drehbuch Merzak Allouache
    Kamera George Lechaptois, François Kuhnel
    Schnitt Sylvie Gadmer
    Musik Gnawa Diffusion

    Darsteller

    Yasmine Marie Brahimi
    Hakim Karim Bouaiche
    Rachid Nazim Boudjenah
    Aldjia Michelle Moretti
    Omar Boualem Benani

    Kritiken

    Dirk Jasper: Ein Road-Movie durch das Algerien der Gegenwart! Wie der vergleichbare Film "Rachida" von Yamina Bachir Chouikh zeigt L'autre monde - Die andere Welt die Grausamkeit der fundamentalistischen Terroristen, aber auch, wie Menschen weniger aus politischer Überzeugung denn aus persönlicher Frustration zu religiösen Fanatikern werden.

    film-dienst 05/2005: Regisseur Merzak Allouache wirft einen sensiblen Blick auf die gesellschaftlichen Zustände seines Geburtslandes und versucht, hinter der Fremdheit und Gewalt das Vertraute und Menschliche zu entdecken. Zugleich erzählt er eine spannende Liebes- und Leidensgeschichte, die über den spezifischen geografischen und zeitlichen Kontext hinausweist.