Kurt Gerron

    Aus Film-Lexikon.de

    deutscher Schauspieler und Regisseur; * 11. Mai 1897 in Berlin; † 28. Oktober 1944 in Auschwitz

    Gerron zählt zu dem bekanntesten deutschen Schauspielern der 20er Jahre. Sein schwammiges, unvorteilhaft wirkendes Gesicht, die übergewichtige, unproportionierte Figur und seine hektischen Bewegungen ließen ihn komisch oder zwielichtig erscheinen. Vor allem Regisseure, die auf ein stimmiges Ensemble Wert legten, wussten seine Begabung für exakt skizzierte Profilgebung richtig zu nutzen: E. A. Dupont ("Varieté", 1925), Richard Oswald ("Dr. Bessels Verwandlung", 1927), Josef von Sternberg ("Der blaue Engel", 1930). Gerrons Durchbruch zum Hauptrollenträger bahnte sich 1929 an. Im Zusammenspiel mit Siegfried Arno brillierte er als Groteskkomiker in "Aufruhr im Junggesellenheim" (1929) und "Wir halten fest und treu zusammen" (1929).

    Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung musste der jüdische Schauspieler und Regisseur Deutschland verlassen. Er flüchtete nach Paris, fand aber keinen Anschluss an die französische Filmproduktion. Auch in Österreich, wo sich inzwischen die Filmindustrie dem Diktat der deutschen Reichsfilmkammer beugte und jüdische Künstler boykottierte, stieß er auf Schwierigkeiten. Nach dem "Anschluss" Österreichs 1939 verhaftet, wurde Gerron nach langem Leidensweg 1944 in Auschwitz ermordet.


    Filmografie - Darsteller