Kumbh Mela - Shortcut to Nirvana

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    Die Kumbh Mela in Indien gilt als die größte Pilger-Zusammenkunft von Menschen überhaupt in der Geschichte der Menschheit. An die 70 Millionen Menschen kommen seit 2000 Jahren im Abstand von jeweils 12 Jahren zusammen. Und zwar auf einem in der Trockenzeit frei liegenden Flussbett-Stück des Ganges-Flusses, an einer Stelle kurz bevor die für Hindus heiligen Flüsse Ganges, Yamuna und der mystische Saraswati ineinander fließen; nahe der Stadt Allahabad. Für etwa sechs Wochen entsteht eine provisorische Zeltstadt, in welcher die Menschenmassen vor Tageshitze und der Nachtkälte Unterschlupf finden. Den Organisatoren bereiten neben Sicherheits- vor allem immer Versorgungs- und Hygienefragen die größten Kopfschmerzen.

    Die bedeutendsten Religionspersönlichkeiten, Gurus und Spirituelle Führer des Hinduismus haben in der gigantischen Zeltstadt meist eigene, regelrechte Stadtviertel, die tagsüber geprägt sind von Religionsveranstaltungen wie Lesungen, Meditationen oder Gesprächen der verschiedensten Glaubensausrichtungen. An Tagen mit bestimmter Verheißung trachten die Pilger danach ein heiliges Bad an bestimmten Stellen im Ganges. Am dem Glauben nach wichtigsten Badetag suchen mehr als 25 Millionen Menschen die Segnungen des heiligen Wassers auf ihrer Haut. Der Glaube sagt, das mit dieser einzigen rituellen Handlung die Sünden von 1000 Lebenszeiten hinweg gewaschen werden können.

    Und so der unendliche Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt durchbrochen werden kann. Im übertragenen Sinne eben eine Abkürzung ins, ein „Short Cut to“ Nirvana, den Zustand der absoluten Glückseligkeit. Begleitet hauptsächlich von dem unwiderstehlich charismatischen Hindu-Mönch Swami Krishnanand und einigen Pilgern aus der westlichen Welt, nimmt der Film den Zuschauer mit auf eine Reise tief hinein in die lebendige, facettenreich pulsierende Welt der Kumbh Mela. Dank Swami findet sich Einlass zu Audienzen mit einigen der faszinierendsten und weisesten Persönlichkeiten des Religionsfestes. Da gibt es zum Beispiel den asketisch lebenden Sadhu, der einen Arm seit über 20 Jahren über seinem Kopf in der Luft hält.

    Ein anderer von seinem Glauben Erleuchteter sitzt auf einem mit Nägeln gespickten Thron. Eine Japanerin lässt sich für drei Tage in einem Loch vergraben. Oder ein Guru, der dem Erdball Segen verspricht für den Fall, dass alle amerikanischen Staatsbürger damit beginnen würden, Tag für Tag jeweils drei Stunden in Meditation zu versinken. Und es gibt Gelegenheit für eine Audienz bei einem der weltberühmten Ehrengäste dieser Kumbh Mela 2001, bei dem Dalai Lama. Er ist angereist, weil erstmals in der Geschichte des Pilgertreffens die Gelegenheit auch zu einem Gedankenaustausch der Führer von Hinduismus und Buddhismus genutzt wird.



    Filmstab

    Regie Maurizio Benazzo, Nick Day
    Kamera Maurizio Benazzo
    Schnitt Nick Day
    Musik Bob Muller
    Produktion Maurizio Benazzo, Nick Day

    Darsteller

    Kali Baaba
    Dalai Lama
    Swami Krishnanand
    Jasper Hohal
    Ramanand Puri

    Kritiken

    film-dienst 9/2006: Der Film vermag die spirituelle Dimension des Festes kaum zu vermitteln, weil die Kamera in der Perspektive des staunend-überwältigenden Blickes verharrt, die Fremdes und Exotisches einfängt und kaum Distanz zu dem lärmenden Jahrmarktstreiben aufbauen kann. Immerhin kommt dem Film das Verdienst zu, das erste Filmdokument dieses Jahrhundertereignisses zu sein.


    Wertungen

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    0 Bewertungen
    Original Short Cut to Nirvana: Kumbh Mela
    Jahr/Land 2004 / USA
    Genre Dokumentarfilm
    Laufzeit 87 Minuten
    Kinostart 27. April 2006