Komödie

    Aus Film-Lexikon.de

    9130 poster.jpg

    Das gemeinsame Ziel aller Komödien ist es, das Publikum zum Lachen zu bringen. Allerdings lässt sich schwer definieren, warum über ein bestimmtes Motiv gelacht wird und über ein anderes nicht. Denn Humor ist letztlich immer auch abhängig von kulturellen Hintergründen oder unterschiedlichen Altersstufen.

    In der Komödie drücken sich verschiedenste menschliche Bedürfnisse aus, angefangen bei der Befreiung von bedrückenden Situationen, die in der Komödie humorvoll aufgelöst und entschärft werden, bis hin zur schlichten Schadenfreude.

    Als eine wichtige Funktion der Komödie wird angesehen, dass in ihr gesellschaftliche Gegebenheiten hinterfragt werden - wie etwa in den Slapstick- Komödien von Charles Chaplin oder den Marx Brothers, die in erster Linie die Autorität verlachen. Bei Chaplin etwa, wenn in Verfolgungsjagden unfähige Polizisten vorgeführt werden oder bei den Marx Brothers, wenn Groucho Marx mit absurden Dialogen und Wortspielen Politiker, Wissenschaftler oder andere Vertreter der seriösen Welt ratlos macht und so deren Grenzen entlarvt.

    Die Komödie erlaubt es auch, tabuisierte Gegenstände unter dem Deckmantel der Komik auszusprechen. Der Grad kann dabei vom Lachen über Körperflüssigkeiten - wie oft in der zeitgenössischen Komödie - bis hin zu Schwarzem Humor reichen, durch den Themen wie Krankheit und Tod der Schrecken genommen wird. Also auch hier wirkt eine Befreiung vom sozialen Druck.

    Typische Motive

    5580 Poster.jpg

    Der komische Effekt ist weniger eine Frage des Gegenstandes, sondern eher der Art und Weise, diesen Gegenstand darzustellen und zu betrachten. Tendenziell kann alles komisch sein, es kommt allein auf die Darstellung an.

    Manche Bereiche wie Religion, Krankheit oder der Tod sind mit einem Tabu behaftet, viele Komödien arbeiten sich aber gerade an diesen Tabus ab - zum Beispiel die britische Komikertruppe Monty Python mit Das Leben des Brian (1979), einer Satire auf religiöse Schwärmerei.

    Komik entsteht häufig durch den Kontrast zwischen der bekannten, "normalen" Welt und einem Element, das auf irgendeine Weise nicht in sie hineinpasst. Ein zentrales Motiv, das immer wieder in verschiedensten Komödien anzutreffen ist, ist deshalb die Kollision zweier Welten. Durch das Aufeinanderprallen verschiedener oder sogar unvereinbarer Kulturen entstehen komische Situationen, etwa wenn in Crocodile Dundee - Ein Krokodil zum Küssen (1986), wo sich ein australischer Naturbursche nach New York verirrt.

    Beispielhaft dafür sind auch die zahlreichen Körpertausch-Komödien wie Big (1988) oder Ein ganz verrückter Freitag (1976), in denen Kinder oder Teenager den Körper mit Erwachsenen tauschen und so die Erwachsenenwelt aufmischen. Beliebt sind generell Verwechslungskomödien, ganz besonders in der Spielart von Männern in Frauenkleidern wie in Manche mögen's heiß (1959) oder Tootsie (1982). Der Humor entsteht hier aus dem Wissensvorsprung des Zuschauers gegenüber den Figuren, etwa wenn ein Mann einem als Frau verkleideten Kerl ahnungslos einen Heiratsantrag macht.


    Typische Figuren

    Die so genannten Komiker- Komödien, die vor allem in der Frühzeit der Komödiengeschichte auftreten, leben nicht von einer Story, sondern von der Performance eines einzelnen Starkomikers.

    Diese Komiker entwickelten jeweils einen eigenen, unverwechselbaren Stil, der sich schon im äußeren Erscheinungsbild zeigt. Max Linder, der erste Starkomiker der Filmgeschichte, trat immer in Smoking und Zylinder auf. Charles Chaplin schuf die markante Figur des Tramps, mit o-beinigem Gang, dünnem Spazierstock, zu großen Schuhen und Hosen und dem kleinen Bärtchen. Groucho Marx malte sich den Schnurbart und die Augenbrauen nur auf.

    Auffällig oft treten in der Geschichte des komischen Films Duos auf: von Dick und Doof (Stan Laurel und Oliver Hardy), über Jerry Lewis und Dean Martin bis hin zu Jack Lemmon und Walter Matthau. Ein Teil des Duos stellt immer die unkonventionelle, komische Figur dar, während der andere Teil den Part des ernsthaften, vernünftigen Menschen verkörpert, der sinnbildlich die Gesellschaft vertritt. Diese Konstellation ist ein uraltes komödiantisches Prinzip, das sich auch im Zirkus im Doppelspiel von Dummer August und Weißclown zeigt.

    In manchen Filmen nimmt keine einzelne Figur den ernsten Part ein, sondern die gesamte Umgebung - wie in "Der Partyschreck" (1968), in dem ein chaotischer Inder eine oberflächliche Partygesellschaft komplett auseinander nimmt. Die Komik der Person zeigt sich also nur im Kontrast einer schrägen Figur mit einer ernsten Person.

    In der amerikanischen Komik-Tradition gibt es zudem das sogenannte Deadpan- Prinzip. Dabei zeigt der Komiker keine Gefühlsregung, egal in welche absurden Situationen er gerät. Hier übernimmt der Komiker also selbst den ernsten Part, an dem sich die groteske Umwelt spiegelt. Der Meister des Deadpan ist ohne Zweifel Buster Keaton. Auf ihn folgt unter anderem Bill Murray, die bekannteste Filmfigur ist aber wahrscheinlich Frank Drebin (Leslie Nielsen) aus Die nackte Kanone (1988).


    Subgenres

    Romantische Komödie

    Die romantische Komödie lässt sich als Gegenstück zum Melodram verstehen. In beiden Formen geht es häufig um eine unglückliche Liebe, der widrige Umstände im Weg stehen. Während im Melodram die Liebe an den Widerständen der Umgebung scheitert, triumphiert sie in der Liebeskomödie. Ein gutes Beispiel ist Pretty Woman (1990): Eine einfache Prostituierte mit Herz und ein reicher Geschäftsmann werden trotz aller gesellschaftlichen Ungleichheit ein Paar. Die für eine Liebeskomödie unabdingbare Komik entsteht dabei durch die Konfrontation der unterschiedlichen Schichten, die Gegensätze werden aber am Ende durch die Liebe aufgehoben.

    In romantischen Komödien wird zumeist die Entwicklung einer Mann-Frau-Beziehung gezeigt. Typischerweise läuft sie nach folgendem Schema ab: "Mann bekommt Frau - Mann verliert Frau - Mann bekommt Frau wieder zurück". Selbstverständlich gibt es unzählige Varianten dieses Grundmusters - wie etwa Vier Hochzeiten und ein Todesfall (1994) oder Harry und Sally (1989), in dem humorvoll der Weg eines Paares von Abneigung über Freundschaft bis zur Liebesbeziehung gezeigt wird.

    Parodien

    Die Parodie als literarische Gattung nimmt sich bekannte Stoffe vor und macht sich über ihre typischen Merkmale lustig, indem sie sie übertrieben oder verzerrt nachahmt. Sie lebt davon, dass das Original bekannt ist.

    Deshalb geraten vor allem bekannte Werke wie Star Wars ins Visier der Parodisten (Space Balls (1987). Es kann aber auch Parodien geben, die nicht ein einzelnes Werk durch den Kakao ziehen, sondern die Regeln eines gesamten Genres - wie Die Ritter der Kokosnuß (1975) în Bezug auf den Ritterfilm.

    Manche parodistische Werke stellen elementare Aspekte der Originale auf den Kopf - wie zum Beispiel Tanz der Vampire (1967), in dem am Ende der Vampir nicht von den Helden besiegt wird, wie im Vampirfilm obligatorisch, sondern die Helden selbst zu Vampiren werden.

    Der erste Meister der Filmparodie war der amerikanische Regisseur Mel Brooks, der in seinen Filmen auch selbst als Schauspieler auftritt. Er widmete sich parodistisch unter anderem Frankenstein (Frankenstein Junior (1974)), dem Historienfilm (Mel Brooks' verrückte Geschichte der Welt (1981)) und eben Star Wars (Space Balls (1987)). Brooks Filme leben von vielschichtigen Anspielungen und einer liebevollen Ausstattung, die die Bewunderung für die Originale erkennen lässt.

    Weniger respektvoll als Brooks geht zur gleichen Zeit die britische Komikertruppe Monty Python mit Filmklassikern um. Die Ritter der Kokosnuß (1975) ist eine groteske Parodie auf Ritterfilme, die radikal mit den Mythen des Genres aufräumen will. Das gleiche Rezept wandten die Filmemacher später mit Das Leben des Brian (1979) auch auf den Bibelfilm an.

    In den 80er Jahren wird die Tradition der Filmparodie durch das Trio ZAZ, bestehend aus den Regisseuren und Autoren David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker, fortgesetzt. Ihre Filme zeichen sich durch eine extrem hohe Dichte an Filmzitaten und slapstick-haften Gags aus. Der Durchbruch gelang ihnen 1980 mit Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, einer Parodie auf Katastrophenfilme. Darauf folgte der Erfolg des Films Die nackte Kanone (1988), der Polizeifilme verballhornt. Jim Abrahams wandte das Muster in den 90er Jahren mit Hot Shots! - Die Mutter aller Filme! (1990) auf den Kriegsfilm an.

    Mischgattungen

    Wie kein anderes Genre lässt sich die Komödie mit anderen Genres verbinden, da sich jedes Thema und jeder Stoff humorvoll behandeln lässt. So entstanden in der Filmgeschichte etliche humorvolle Mischformen, die mehr als reine Genreparodien sind:

    - Science-Fiction-Komödien: z.B. Mars Attacks! (1996), Men In Black (1997), Galaxy Quest - Planlos durchs Weltall (1999)

    - Kriminal-Komödien: Der dünne Mann (1934), Ladykillers (1955)

    - Horrorkomödien: z.B. Braindead (1992), The Frighteners (1996)

    - Komödien mit phantastischen Elementen: z.B. Und täglich grüßt das Murmeltier (1993), dessen Titel schon sprichwörtlich für eine ständige Wiederholung geworden ist.

    - Action-Komödien: Beliebte Reihen wie Lethal Weapon (1987-1998), Beverly Hills Cop (1984-1994) oder Rush Hour (1998-2007) ziehen ihre Komik vor allem aus dem Kontrast der ernsthaften, brutalen Regeln des Action-Genres mit komischen Figuren. Sie funktionieren auch als sogenannte "Buddy-Movies", also Komödien, die Komik erzeugen durch gegensätzliche Typen, die sich für einen gefährlichen Auftrag zusammen raufen müssen.

    - Einen Spezialfall der Mischformen stellt die Tragikomödie dar: Sie behandelt wie die Tragödie ernsthafte Themen, aber mit einer humorvollen Haltung. Die Handlung lässt ein tragisches Ende erwarten, tatsächlich kommt es aber zu einem Happy End wie in der Komödie üblich. Beispiele sind etwa Das Appartement (1960) von Billy Wilder oder Forrest Gump (1994).


    Geschichte

    Slapstick

    Schon in der ersten Filmvorführung überhaupt, 1895 durch die Brüder Lumiere, wurde auf komische Sujets gesetzt: Der Kurzfilm über einen Gärtner, der von einem Lausbuben mit einem Gartenschlauch nass gespritzt wird, ist legendär.

    Der frühe komische Film hat seine Wurzeln im europäischen Variete und dessen amerikanischem Pendant, dem Vaudeville. Die ersten Stars der Stummfilmkomik kamen von der Kleinkunst-Bühne zum Film. Wie im Variete liegt der Schwerpunkt in der frühen Filmkomik nicht auf einer narrativ gestalteten Handlung, sondern im körperlichen Ausdruck selbst. Es ging den frühen Komikern nicht darum, eine Illusion von Realität zu entwerfen, um dem Zuschauer zur Einfühlung in die Figuren zu verhelfen. Im Gegenteil: Sie betonten die Künstlichkeit der Szenerie, ihre Figuren sind Typen, die in jedem Kontext wieder erkannt werden sollen, wie Chaplins berühmter Tramp.

    Im Stummfilm wird die Tendenz des Variete-Theaters zur Körperlichkeit noch verstärkt, da die Möglichkeit zur Sprache fehlt. Deshalb setzen die Filme - ganz besonders die von Chaplin - hauptsächlich auf lustige Actionszenen. Wegen dieser harmlosen "Gewaltdarstellung" werden die frühen Komödien auch Slapstick genannt, nach der Pritsche, mit der der Narr im Theater auf seine Mitspieler einschlägt, ohne ihnen wirklich weh zu tun. Auch an dem Namen zeigt sich also die Nähe der frühen Komödien zur Bühne.

    Der erste Star des Slapsticks war der Franzose Max Linder, der ab 1905 für die berühmte Filmfirma Pathé eine Reihe komischer Kurzfilme drehte. Lindner beeinflusste stark die auf ihn folgenden großen Slapstick-Komiker: Charles Chaplin und Buster Keaton.

    Charles Chaplin entwickelte die markante Figur des Tramps, eines Landstreichers der sich trickreich durch den widrigen Alltag kämpft. Chaplins Filme, die er auch selbst inszenierte, waren immer mehr als reiner Klamauk: Goldrausch (1925) beschäftigt sich mit Armut, Moderne Zeiten (1936) kritisiert die Entfremdung des Menschen im Industriekapitalismus und in Der große Diktator (1940) attackiert Chaplin schließlich Hitler.

    Der neben dem gebürtigen Briten Chaplin größte Star des Slapsticks war der Amerikaner Buster Keaton. Sein Markenzeichen bildete der stets ernste Gesichtsausdruck, der ihm den Namen "The great Stoneface" einbrachte. Wie Chaplin führte auch Keaton selbst Regie, seine abendfüllenden Filme wie Der General (1926) oder Steamboat Bill Jr. (1928) wurden für ihre waghalsigen Stunts bekannt, die Keaton auch selbst ausführte.

    Früher Tonfilm

    Mit der Entwicklung des Tonfilms ergab sich für die Komödie die neue Möglichkeit, auch durch die Sprache Komik zu erzeugen. Nicht alle Komiker machten davon Gebrauch: Charles Chaplin zum Beispiel weigerte sich lange, mit Ton zu arbeiten. Allein in Der große Diktator (1940) setzt er die Stimme als Stilmittel ein, allerdings nur, um groteske Effekte zu erzeugen, wenn er seine Hitler-Parodie Adenoid Hynkel in einer monströsen Phantasiesprache durch die Gegend brüllen lässt.

    Trotz der Erfindung des Tonfilms überwiegen in den frühen Komödien weiterhin visuelle Gags. Prägend für die Übergangsphase von der Stumm- zur Tonfilmkomödie war vor allem das Duo Stan Laurel und Oliver Hardy, in Deutschland unter dem Namen Dick und Doof bekannt. In ihren späten Filmen wird zwar gesprochen, Zerstörungsorgien in bester Slapstick-Manier überwiegen aber.

    Die erste Komikergruppe, die Sprache bewusst einsetzte, waren die Marx Brothers. Die Truppe bestand aus den Brüdern Groucho, Chico und Harpo sowie Zeppo, der allerdings früh ausstieg. Chico redet pausenlos mit italienischem Akzent und vor allem Groucho setzt die Sprache exzessiv für absurde Dialoge ein. Nur Harpo ist eine stumme Slapstick-Figur, die nur über eine Hupe kommuniziert. Das typische Szenario der Marx-Brothers-Filme besteht darin, dass die Brüder in irgendein geschlossenes System "einbrechen". Der (deutsche) Titel zeigt diesen Ort meist schon an: Marx-Brothers - Im Krieg (1933) oder Marx Brothers - In der Oper (1935). An diesen Orten bringen die Marx Brothers mit ihrem anarchistischen Treiben alle dort geltenden Regeln durcheinander - Groucho durch verwirrenden Sprachwitz, Harpo mit seiner kindlichen Zerstörungswut.

    Ein Gegenentwurf zu den anarchistischen Komikern dieser Zeit waren die sogenannten "Sophisticated Comedies", geprägt durch den aus Deutschland nach Hollywood emigrierten Regisseur Ernst Lubitsch. Das Paramount-Studio bewarb dessen Filme mit dem Slogan "Goodbye Slapstick - Hello Nonchalance!", distanzierte sich also von der alten Haudrauf-Komödie und setzte auf raffinierten, intelligenten Humor. Für die Filme des Regisseurs, wie Ärger im Paradies (1932) oder Ninotschka (1939), ist der Begriff "Lubitsch-Touch" sprichwörtlich geworden. Dieser Touch besteht hauptsächlich in den subtilen erotischen Anspielungen und Doppeldeutigkeiten, die Lubitsch in seine Filme schmuggelte.

    Screwball

    Ganz auf das komödiantische Potential der gesprochenen Sprache setzten dann die sogenannten Screwball-Komödien der 30er und 40er Jahre, die der Tradition der Broadway-Komödien entstammten. Das Wort "screwy" bedeutet auf Englisch ungefähr das, was man auf Deutsch "eine Schraube locker haben" zu nennen pflegt, und "Screwball" dementsprechend eine exzentrische, durchgeknallte Person, wie sie die gleichnamigen Komödien bevölkert.

    Im Gegensatz zu den frühen Slapstick-Filmen, die überwiegend um die Persönlichkeit einer einzelnen komischen Figur kreisten, sind die Screwball-Comedies eher auf die Handlung konzentriert, die dann auch relativ komplex gestaltet ist - mit einer großen Anzahl an Personen und vielen Wendungen. Die Filme arbeiten mit bissigen Dialogen, die in rasendem Tempo wie Pingpong-Bälle zwischen den schrulligen Figuren hin- und herfliegen. Wie in den Filmen von Ernst Lubitsch überbieten sich die Screwball-Autoren mit der Kreation witziger sexueller Anspielungen.

    Das bevorzugte Thema der Screwball-Komödien ist der Krieg zwischen den Geschlechtern. Dabei wird das herkömmliche gesellschaftliche Rollenmuster umgekehrt: Der Mann ist hier meist ein unsicherer, weltfremder Sonderling, während die Frau zwar schrullig, aber auch selbstbewusst und patent ist. Im Prototyp der Screwballs, Es geschah in einer Nacht (1934) von Frank Capra, ist das Geschlechterverhältnis noch traditionell: Ein armer, aber abgebrühter Journalist zeigt einer weltfremden Millionärstochter das wahre Leben. In den meisten anderen Klassikers verhält es sich aber andersherum: Die lebenslustige Frau reißt einen lebensfernen Mann aus seinem Alltagstrott - Wie in Leoparden küßt man nicht (1938). Eine selbstbewusste Frau steht auch im Zentrum von anderen wichtigen Werken wie Philadelphia Story - Die Nacht vor der Hochzeit (1940) und Ich war eine männliche Kriegsbraut (1949).

    1950-2000

    11508 poster.jpg

    Ab den 50er Jahren verlagerte sich die Komödie dann in das immer weiter verbreitete Fernsehen, in die sogenannten Sitcoms. In den 50er und frühen 60er Jahren dominierten im Kino harmlose Familienkomödien mit dem Duo Doris Day und Rock Hudson.

    Frische Impulse für das Genre brachte erst wieder Woody Allen in den 70er Jahren mit seinen intelligenten und melancholischen Komödien aus dem Umfeld der New Yorker Intellektuellen-Kreise, sowie die britische TV- Comedytruppe Monty Python mit ihren Kinofilmen Die Ritter der Kokosnuß (1975) und Das Leben des Brian (1979).

    In den 80er und 90er Jahren überwogen hauptsächlich romantische Komödien, vor allem in Deutschland kam es zu einem wahrhaften Boom an Beziehungskomödien (zum Beispiel Der bewegte Mann (1994)).

    Gegenwart

    In den letzten fünfzehn Jahren setzten die Macher des komischen Films konsequent auf geschmacklosen Humor. Ein erster Meilenstein auf diesem Sektor war Verrückt nach Mary von 1998. Seitdem versuchen sich die Filmemacher gegenseitig hinsichtlich des Fäkalhumors zu übertreffen und alle Ekelgrenzen und gesellschaftlichen Tabus - auch auf Kosten von Minderheiten - zu überschreiten. Einschlägig hierfür ist die Reihe American Pie (1999-2003). Wie später Superbad (2007) nimmt American Pie die Peinlichkeiten aufs Korn, die sich bei den verzweifelten Bemühungen von amerikanischen Teenagern, ihre Unschuld zu verlieren, ergeben.


    Die Klassiker: 10 Komödien, die man gesehen haben muss

    Marx-Brothers - Im Krieg (1933)

    Laurel & Hardy - Die Wüstensöhne (1934)

    Es geschah in einer Nacht (1934)

    Leoparden küßt man nicht (1938)

    Der große Diktator (1940)

    Manche mögen's heiß (1959)

    Das Leben des Brian (1979)

    Die nackte Kanone (1988)

    Harry und Sally (1989)

    Verrückt nach Mary (1998)