Juliette Binoche

    Aus Film-Lexikon.de

    französische Filmschauspielerin; * 09. März 1964 in Paris

    Juliette Binoche ist die Tochter von Regisseur, Schauspieler und Bildhauer Jean-Marie Binoche und der aus Polen stammenden Monique Stalens, einer Lehrerin, Regisseurin und Schauspielerin. Ihre Wurzeln liegen neben Polen auch in Frankreich, Flamen, Brasilien und Marokko. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als sie vier Jahre alt war, und so wurden Juliette und ihre Schwester Marion auf ein Internat geschickt.

    Mit der Schauspielerei begann die Pariserin bei Amateurtheateraufführungen: Mit 17 führte sie Regie in der Schülerproduktion des Eugène-Ionesco-Stückes "Der König stirbt" ("Le Roi Se Meurt") und wirkte darin auch selbst mit. Nach der Schule absolvierte sie ein Schauspielstudium am Conservatoire de Paris. Sie nahm über einen Freund Kontakt zu einem Agenten auf, der ihr Zutritt zu einer Theatergruppe verschaffte, mit der sie durch Frankreich, Belgien und die Schweiz tourte.

    Nachdem sie viele Jahre an verschiedenen Theatern gearbeitet hatte, entschied sie sich für eine Karriere im Filmgeschäft. In ihren ersten kleineren Rollen verkörperte sie meist eine junge Frau, die ihren Weg im Leben sucht, zum Beispiel in Jean-Luc Godards "Je Vous Salue, Marie" (1985) und Jacques Doillons "Familienleben/ Der Mann der weint" ("La Vie De Famille", 1985). 1985 erhielt sie eine erste größere Filmrolle in Godards "Rendez-Vous". Der Film war beim Filmfestival in Cannes äußerst erfolgreich und gewann den Preis für die Beste Regie.

    International erfolgreich wurde sie jedoch erst 1987, als sie in Philip Kaufmans Verfilmung von Milan Kunderas Roman "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" die Rolle der Teresa spielte, ihre erste Rolle in englischer Sprache. Nach diesem Erfolg kehrte die Schauspielerin nach Frankreich zurück, anstatt weiter eine internationale Karriere zu verfolgen. Es folgten größere Rollen in Carax-Filmen, darunter "Die Liebenden von Pont-Neuf" ("Les Amants du Pont-Neuf", 1991), in dem sie die obdachlose Künstlerin Michele verkörpert. Der Film wurde von Kritikern hochgelobt und brachte Binoche einen European Film Award ein.

    1992 ging die Französin nach London, um in den Verfilmungen von Emily Brontës "Stürmische Leidenschaft" ("Wuthering Heights", 1992) und Josephine Harts "Verhängnis" ("Damage", 1992) mitzuwirken, welche ihren internationalen Bekanntheitsgrad noch verstärkten. In Kieslowskis "Drei Farben: Blau" ("Trois Couleurs: Bleu", 1993) spielt sie eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Weg im Leben finden muss. Auch über diesen Film zeigten sich die Kritker begeistert.

    1995 bekam Juliette Binoche eine Rolle in der Adaption von "Der Husar auf dem Dach" (The Horseman On The Roof"), bei der Jean-Paul Rappenau Regie führte. Der Film wurde weltweit ein großer Kinoerfolg, und die Rolle der romantischen Heldin gab die Richtung von Binoches Rollen der späten 1990er Jahren vor. Für ihre Darstellung der Krankenschwester Hana in "Der englische Patient" ("The English Patient", 1996), einer Verfilmung nach dem Roman von Michael Ondaatje, wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet.

    Ende der 1990er Jahre kehrte sie nach Frankreich zurück, um dort an verschiedenen nationalen Filmprojekten zu arbeiten. Ihre Broadyway-Premiere hatte sie in Harold Pinters "Betrogen" ("Betrayal"). Zurück auf der Kinoleinwand spielte sie eine Hauptrolle im Film "Chocolat" (2001) von Lasse Hallstrom, für den sie einen European Film Award als Beste Darstellerin gewann.

    Zwischen 1995 und 2000 war die Schauspielerin das Gesicht der Kosmetikfirma "Lancôme" und auf Plakaten und in Werbespots zu sehen. Ihr Image aus "Chocolat" kam ihr zugute, als sie für Werbespots der Schokoladenfirma "Ferrero Rocher" engagiert wurde.

    2002 spielte sie an der Seite von Jean Reno in "Jet Lag" ("Décalage horaire"), ein Film, der in Frankreich erfolgreich war. Ihr nächstes Filmprojekt war "In My Country" (2004), den sie in Südafrika an der Seite mit Samuel L. Jackson drehte. Im Jahr darauf brillierte sie in Michael Hanekes "Caché" (2005). Es folgten Filme wie "Bea Season" (2005) mit Richard Gere, Abel Ferraras "Mary" (2005) und "Paris, Je T'aime" (2006). Einer ihrer neuesten Filme ist "Le Voyage Du Ballon Rouge" (2007), der von internationalen Kritikern gelobt wurde.

    Juliette Binoche hat zwei Kinder, Raphael zusammen mit André Halle und Hana, deren Vater Benoit Magimel ist.


    Filmografie - Darsteller


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    Oscar.jpg 1996 Beste Nebendarstellerin Der englische Patient
    nom 2000 Beste Hauptdarstellerin Chocolat