Jean-Luc Godard

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    französischer Regisseur; * 03. Dezember 1930 in Paris

    1949 begann Godard ein Ethnologiestudium an der Sorbonne, arbeitete aber bald als Journalist für die Gazette du Cinema und die Cahiers du Cinema. Dadurch traf er mit C. Chabrol, F. Truffaut und anderen wichtigen Regisseuren zusammen. Über ein Staudammprojekt in den Alpen drehte er seinen ersten Dokumentarfilm – "Operation Beton". Ein Jahr später folgte "Une femme coquette". Der Durchbruch zum Erfolg kam mit "A bout de souffle" ("Außer Atem"), den er mit geringstem finanziellen Aufwand 1958 in Marseille drehte. Zuschauer wie Kritiker reagierten begeistert auf seine völlig neue Bildersprache, und Godard erhielt dafür 1960 den "Silbernen Bären". Es folgten "Die Außenseiterbande" (1964), "Une femme mariée", "Alphaville"; bekannt wurden auch "Une nouvelle Histoire de Lemmy Caution", "Die Chinesin", "One plus One" (mit den Rolling Stones).

    Mit Beginn der Studentenrevolte 1968, die ganz Frankreich erschütterte, begann auch für ihn eine neue Epoche. Zusammen mit Freunden der linken Gruppierungen gründete er die Filmgruppe Dsiga Wertow. Politische Problemfilme entstanden, Experimente mit Video- und Fernsehaufnahmen wurden gemacht. Erst später fand Godard zum Spielfilm zurück.

    Die in den 1970er Jahren entstandenen Filme waren zwar der Form nach wieder "konventionell", dienten dem Regisseur aber weiterhin als Medium, um seine linksgerichteten politischen Überzeugungen zu vermitteln. In den 1980er Jahren weitete Godard das Spektrum seiner Themen aus. So entstand 1984 "Maria und Josef" – ein Film, in dem er sich mit religiösen Themen auseinandersetzt. Auch kam es zu einer verstärkten Reflexion über das Filmemachen an sich (z.B. "Passion", 1982). Anfang der 1990er Jahre entstanden wieder stärker experimentelle Werke und eine Analyse der deutschen Wiedervereinigung ("Weh mir", 1993).


    Filmografie - Darsteller


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