Inside Deep Throat

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    Inside Deep Throat

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    1972. Auf dem Höhepunkt der sexuellen Revolution kommt in den USA mit dem spektakulären Pornofilm "Deep Throat" einer der größten Kassenerfolge aller Zeiten in die Kinos. Ein Film, der weit mehr auslöste als schlüpfrige Neugier und der bewirkte, dass der Kauf einer Kinokarte für eine ganze Generation zu einem politischen und gesellschaftlichen Statement wurde. Mitten hinein in die sexuelle Befreiungs- und Bürgerrechtsbewegung platzte der Film wie ein Bombe und löste eine bis dahin ungesehene politische und gesellschaftliche Lawine aus, die die Nation teilte und deren kulturelle Auswirkungen bis heute spürbar sind. Mit einem Produktionsbudget von nur 25.000 Dollar spielte der Film weltweit 600 Millionen Dollar ein und ist damit mit Abstand der erfolgreichste Independent-Film, der jemals gedreht wurde.

    Heute, mehr als dreißig Jahre später, beleuchtet "Inside Deep Throat" die anhaltenden gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen dieses Meilensteins der Pop-Kultur. Der Film wirft gleichzeitig einen schonungslosen Blick auf den halbseidenen Glitter der Pornowelt sowie auch auf die zerstörerischen Auswirkungen von "Deep Throat" und die schmerzlichen menschlichen Konsequenzen und Schicksale der Protagonisten.

    Neben den beiden damaligen Hauptdarstellern Linda Lovelace und Harry Reems kommen zahlreiche Größen und Meinungsmacher wie der Star-Anwalt und O.J. Simpson-Verteidiger Alan Dershowitz, Norman Mailer, Gore Vidal, Erica Jong sowie Plaboy-Legende Hugh Hefner zu Wort.

    Filmdaten
    Original Inside Deep Throat
    Jahr/Land 2004 / USA
    Genre Dokumentarfilm
    Regie Fenton Bailey, Randy Barbato
    Drehbuch Fenton Bailey, Randy Barbato
    Kamera David Kempner, Teodoro Maniaci
    Schnitt William Grayburn, Jeremy Simmons
    Musik David Benjamin Steinberg
    Länge 90 Minuten
    Darsteller
    Linda Lovelace sie selbst
    Dennis Hopper Erzähler

    Kritiken

    film-dienst 16/2005: Durch die Aufhellung der (Produktions-)Hintergründe und die Berücksichtigung gesellschaftlicher Reaktionen entstand ein schillerndes Sittengemälde, das jedoch durch eine gewisse Kurzsichtigkeit gekennzeichnet ist, weil die Filmemacher den Unterhaltungswert ihrer Produktion allzu sehr in den Vordergrund stellen.

    Rolling Stone: Erfrischende und amüsante Einblicke, die zeigen, wie wenig sich die Zensur-Politik von der Nixon- zur Bush-Ära verändert hat.

    Dirk Jasper FilmLexikon: Die vielschichtigen, oft auch geistreichen und witzigen Statements entfachen die brisante kulturelle Auseinandersetzung in den USA um künstlerische Freiheit und konservative moralische Werte aufs Neue und zeigen, wie wenig sich in Sachen politischer Zensur seit Nixon verändert hat.

    Produktion

    Brian Grazer, Fenton Bailey, Randy Barbato, Sheila Nevins