Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter

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    New York im Jahr 2095. Irgendwo in den Dimensionen der Megalopolis weint eine junge Frau mit blauen Haaren und milchweißer Haut blaue Tränen. Ihr Name: Jill Bioskop. Jill, eine Mutantin, die als Versuchsobjekt für Professorin Turner dient, weiß noch nicht, dass Horus, der falkenköpfige Gott, durch das halbe Universum gereist ist, um sie zu finden.

    Die anderen Götter haben beschlossen, dass Horus seine Unsterblichkeit verlieren soll. Ihm bleiben nur noch sieben Tage. Sieben Tage, um Jill in dem Irrgarten der Stadt zu finden, sie zu verführen und zu schwängern - und auf diese Art unsterblich zu bleiben. Allerdings braucht er dazu einen menschlichen Körper. Eine Art Vehikel aus Fleisch und Blut.

    Und das findet er in Alcide Nikopol, ein politischer Gefangener, der einst als Revolutionär gegen das Apartheidssystem aufbegehrt hatte, deshalb "kryogenisiert" (in Stickstoff konserviert) wurde und so die letzten 30 Jahre in einer Kapsel im Kosmos herumtrieb.

    Horus, Nikopol und Jill ... eine seltsame ménage a trois, bei der alles irgendwie ineinander fließt: Stimmen, Körper, Erinnerungen ... Der göttliche Wille vereinigt Nikopol und Jill. Und obwohl sie für Horus, den Gott des Lichts, nur Mittel zum Zweck sind, fangen die beiden an, Liebe und Lust füreinander zu empfinden.

    Inzwischen fliegt die Pyramide der Götter über Manhattan, schmieden Außerirdische auf den Dächern der Wolkenkratzer geheime Pläne, treibt ein nicht-menschlicher Serienmörder auf den Straßen von New Yorks Ebene 1 sein Unwesen ...

    All das ruft den Cyborg-Cop Jonathan Froebe auf den Plan, und es ängstigt Senator Kyle Allgood jr., denn die Wahlen stehen kurz vor der Tür ...



    Filmstab

    Regie Enki Bilal
    Drehbuch Enki Bilal, Serge Lehman
    Kamera Pascal Gennesseaux
    Schnitt Véronique Parnet
    Musik Goran Vejvoda
    Produktion Charles Gassot

    Darsteller

    Jill Bioskop Linda Hardy
    Nikopol Thomas Kretschmann
    Elma Turner Charlotte Rampling
    John Frédéric Pierrot
    Horus Thomas M. Pollard
    Froebe Yann Collette
    Jonas Derrick Brenner
    Checker Olivier Achard
    Lily Liang Corinne Jaber
    Senator Kyle Allgood jr. Joe Sheridan
    Patientin Elma Jaquelan Toman
    Jack Turner Jean-Louis Trintignant

    Kritiken

    Dirk Jasper: Immortal ist ein wunderbares, visuell überwältigendes Science-Fiction-Märchen, dessen futuristische Entwürfe sich mit Klassikern wie "Metropolis", Der Blade Runner oder Das fünfte Element messen lassen. Enki Bilal setzt darin die düstere, utopische Stimmung und den feinen Humor der ersten beiden Bände seines Comic-Zyklus' "Alexander Nikopol" - "La foire aux immortels" (dt. "Die Geschäfte der Unsterblichen") und "La femme piège" (dt. "Die Frau der Zukunft") - um. Mit einer Mischung aus Poesie, Humor und Spannung gelingt Immortal ein perfektes Zusammenspiel zwischen virtuellen 3D–Figuren und leibhaftigen Schauspielern. In Linda Hardy und Thomas Kretschmann hat der Regisseur die idealen Darsteller für die Helden seiner Geschichte gefunden. Linda Hardy ist eine zerbrechliche und geheimnisvolle Jill. Thomas Kretschmann spielt mit Sinnlichkeit und spielerischer Subtilität einen verführerischen und romantischen Nikopol. Damit gelingt es Immortal, ein faszinierendes Universum in einer Bildsprache zu erzeugen, die durch Realismus überrascht, gleichzeitig aber auch einen allgegenwärtigen Hauch des Phantastischen atmet und Platz für Irrationalität lässt

    Kölner Stadt-Anzeiger: Ein weiterer grandioser Höhepunkt kommt aus dem französischen Animationskino: Immortal von Comic-Künstler Enki Bilal ist ein postapokalyptisches Science-Fiction-Szenario. Eine im Besten Sinne durchgeknallte Story mit atemberaubenden Bildern, die in den Schatten stellen, was das achtbare Mainstream-Kino ("I Robot") zu bieten hat.

    film-dienst 11/2005: Düsterer, weitgehend digital realisierter Science-Fiction-Film nach einer Comic-Vorlage, der sich visuell an Klassikern des Genres orientiert und ohne Rücksicht auf narrative Ökonomie einem fröhlichen Eklektizismus aus religiöser Mythologie, biotechnologischer Apokalyptik, New-Age-Romantik und Elementen des Film noir frönt.


    Wertungen

    2.8 Sterne
    6 Bewertungen
    Original Immortel (ad vitam)
    Jahr/Land 2004 / Frankreich
    Genre Science Fiction
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 103 Minuten
    Kinostart 26. Mai 2005