Herz im Kopf

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    Jakob hat die Schule geschmissen und sich zu seinem Vater nach Berlin abgesetzt, weil er den Tod der Mutter nicht ertragen konnte. Doch auch dort haben sich die Dinge nicht wie erhofft entwickelt und er flüchtet sich zu seiner älteren Schwester Petra nach Frankfurt. Petra, hochschwanger und vom Freund verlassen, kann sich und ihren achtjährigen Sohn Patrick gerade so über Wasser halten. Schnell ist klar, dass Jakob mit anpacken muss, obwohl er doch eigentlich nur auf der Durchreise ist. Als Jakob auf Wanda trifft, verliebt er sich Hals über Kopf in das hübsche, polnische Aupair-Mädchen. Gefordert von dem Haushalt ihrer Gasteltern, den Gebhards, reagiert Wanda nur zögerlich auf seine Annäherungsversuche, zumal die Gebhards nicht gerade von Jakob angetan sind. Aber Jakob und Wanda kämpfen, beide auf ihre eigene Art.



    Filmstab

    Regie Michael Gutmann
    Drehbuch Michael Gutmann, Hans-Christian Schmid
    Kamera Klaus Eichhammer, Pascal Hoffmann
    Schnitt Monika Abspacher
    Produktion Jakob Claussen, Thomas Wöbke

    Darsteller

    Jakob Tom Schilling
    Wanda Alicja Bachleda-Curus
    Petra Anna von Berg
    Patrick Marcello Mahr
    Ben David Scheller
    Charlotte Clara Gutmann
    Wolfgang Gebhard Leonard Lansink
    Ute Gebhard Katharina Müller-Elmau
    Helmut Sebastian Kroehnert

    Kritiken

    Der Spiegel 2002-23: Nicht noch eine Teenie-Komödie, denkt man sich in manchen Szenen dieses Films - etwa wenn ein Uralt-Spaß des Genres aufgewärmt wird; Eltern verabschieden sich ins Wochenende, zurückgelassenes Mädchen und ihr Freund hüpfen zum ersten Mal ins Bett, Eltern kehren überraschend wieder zurück. Die Kunst des Regisseurs Michael Gutmann, und seines Drehbuch-Co-Autors Hans-Christian Schmid, besteht jedoch gerade darin , dass sie solche Pubertätsdramen auf famos beiläufige Weise schildern - das macht Gutmanns Werk "Herz im Kopf", zu einem der berührendsten deutschen Filme seit langem. "Herz im Kopf" setzt dabei auf einen Naturalismus, der manchmal nervtötend und oft herzergreifend ist. Vor allem vertraut der Regisseur jedoch ganz auf seine beiden jungen Hauptdarsteller: Sehr gelassen sieht er Alicja Bachleda-Curús und Tom Schilling bei der Liebesarbeit zu. Denn das ist eine der Lektionen, von denen dieser Film erzählt: So toll alle Geschichten von der ersten großen Liebe in der Erinnerung auch sein mögen, für die beiden Menschen, die das Glück und Elend der Pubertät durchleben, ist sie eine üble Plackerei - weniger, weil sie ihr Herz im Kopf, sondern eher, weil sie ihr Hirn im Bauch spazieren tragen.

    Cinema 2002-06: Während diese Drehbücher von Schmid verfilmt wurden, saß bei der neuen Gemeinschaftsarbeit "Herz Über Kopf" nun Gutmann auf dem Regiestuhl. Ebenfalls eine gute Wahl. Auch der Ex-Cartoonist, der u.a. mit dem TV-Psychothriller "Glatteis" glänzte, nimmt seine Figuren ernst und verheizt sie nicht in billigen Teenie-Komödien-Gags. Obwohl sie altersbedingt ziemlich törichte Dinge anstellen.

    Bärbel Pfannerer (TV-Movie) 2002-12: Weder platte Teenie-Klamotte noch strapaziöser Problemfilm - "Herz im Kopf" trifft genau den richtigen Ton dazwischen. Leicht erzählt er eine Geschichte mitten aus dem Leben, wechselt gekonnt zwischen nachdenklichen und spaßigen Momenten. Achten Sie vor allem auf Tom Schilling. Das wird mal ein Großer.