Herr der Diebe

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    Der Herr der Diebe – das ist der geheimnisvolle, 15-jährige Anführer einer Kinderbande in Venedig. Er bestiehlt die Reichen, um für seine Schützlinge zu sorgen. Keiner kennt seinen Namen, seine Herkunft. Auch nicht Bo und Prosper – zwei Waisenkinder, die auf der Flucht vor ihren herzlosen Pflegeeltern Unterschlupf bei der Bande gefunden haben.

    Gemeinsam entdeckt die Bande ein uraltes Karussell mit Zauberkräften: Es kann seine Passagiere älter oder jünger machen – allerdings nur, wenn ein seit langem verschollener Löwenflügel entdeckt und wieder am Karussell angebracht wird. Nicht nur der gerissene Hehler Barbarossa ist den Freunden deswegen auf den Fersen, sondern auch der Privatdetektiv Victor, den die Pflegeeltern auf Bos und Prospers Spuren hetzen ...



    Filmstab

    Regie Richard Claus
    Drehbuch Daniel Musgrave, Richard Claus
    Vorlage nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke
    Kamera David Slama
    Schnitt Peter R. Adam
    Musik Nigel Clarke, Michael Csányi-Wills
    Produktion Richard Claus, John Buchanan

    Darsteller

    Ida Caroline Goodall
    Conte Geoffrey Hutchings
    Prosper Aaron Johnson
    Bo Jasper Harris
    Esther Hartlieb Carole Boyd
    Max Hartlieb Bob Goody
    Victor Jim Carter
    Apotheker Malcolm Turner
    Scipio Rollo Weeks
    Riccio George McKay
    Wespe Alice Connor
    Mosca Lathaniel Dyer
    Barbarossa Alexei Sayle

    Kritiken

    Rhein-Zeitung Nr. 4, 5.1.2005: Die grösste Stärke des Buchs und des Films liegt darin, dass die Kinder für ihr eigenes Wohl sorgen und viele Entscheidungen treffen müssen, die sonst Sache von Erwachsenen sind. Während die Bande als Ersatzfamilie fungiert, lernen die Kinder den Wert von Tugenden wie Freundschaft, Solidarität und Toleranz kennen und finden am Ende ihren Platz im Leben. Die grösste Schwäche der Inszenierung: Richard Claus, der schon mehr als 20 meist deutschsprachige Filme produziert hat, aber hier erstmals Regie führt, legt die Erwachsenenfiguren allzu holzschnittartig an. Wenn diese aber zu Pappkameraden degradiert werden, stellen sie für die Waisenkinderbande auch keine ernst zu nehmenden Widersacher dar. So wirkt der unkonzentrierte Detektiv, der sich mit Schnurrbart und falscher Brille vergeblich zu tarnen versucht, meist einfach nur lächerlich. Zur verwunschenen Atmosphäre des gemächlich erzählten Films tragen die sparsam eingesetzten Morphing-Effekte bei, die in den Augen des kleinen Bo etliche Statuen und Figuren zum Leben erwecken.

    film-dienst 1/2006: Abenteuerliche Verfilmung des Jugendromans von Cornelia Funke, die der Vorlage zwar weitgehend folgt, dabei aber weder zu filmischer Dichte und Atmosphäre findet noch zum ambitionierten Kern der Fabel vordringt.


    Wertungen

    3 Sterne
    4 Bewertungen
    Original The Thief Lord
    Jahr/Land 2005 / Deutschland, UK, Luxemburg
    Genre Abenteuer
    Film-Verleih Warner Bros. Pictures Germany
    Laufzeit 98 Minuten
    Kinostart 05. Januar 2006