Herr Wichmann von der CDU

    Aus Film-Lexikon.de

    Bundestagswahlkampf 2002 in der Region Uckermark/Oberbarnim, ganz im Nordosten Brandenburgs. Die Chancen stehen schlecht für Henryk Wichmann, 25, Bundestagskandidat der CDU. Doch Henryk Wichmann gibt nicht auf. Mit seinem Slogan "Frischer Wind bringt Bewegung in die Politik" zieht er durch den Wahlkreis, macht sich bekannt, diskutiert, verteilt Broschüren und Kugelschreiber, besucht Altenheime und mittelständische Betriebe und trotzt unter dem Parteischirm Wind, Wetter und der Hast der Passanten. Für den Endspurt hat er sich noch ein paar Trümpfe aufgehoben ...



    Filmstab

    Regie Andreas Dresen
    Drehbuch Andreas Dresen
    Kamera Andreas Höfer
    Schnitt Jörg Hauschild
    Produktion Frank X. Gernstl, Fidelis Mager für megaherz film und fernsehen

    Darsteller

    Henryk Wichmann

    Kritiken

    Dirk Jasper: Andreas Dresen und Kameramann Andreas Höfer begleiteten Henryk Wichmann einen Monat lang bis zur Entscheidung am 22. September 2002 auf Wahlkampftour. Entstanden ist so ein präziser, kluger, manchmal tragikomischer Film, der mit großer Aufmerksamkeit seinem Protagonisten folgt und dabei ein eindrückliches Bild der Region und ihrer Menschen zeichnet. Im oft absurden, manchmal zermürbenden Kampf um die Wählerstimmen werden die Sorgen und Sehnsüchte der Menschen offenbar - und die Schwierigkeit der Politik, sich der Realität einer weitgehend desillusionierten Gesellschaft zu stellen.

    Associated Press: Erneut begeistert Dresen die Zuschauer - mit brillanten Beobachtungen eines Kandidaten in der heißen Phase des Wahlkampfs. Das authentische Porträt eines Wahlkämpfers, der einen nahezu aussichtslosen Kampf führt und dabei auch die Maske des ewig freundlichen Kandidaten verliert. Dresen geht es nicht um Wichmann an sich, sondern um den Typus des Wahlkämpfers. Trotz aller auch intimen Einblicke in das Leben des Kandidaten hat er es meisterlich verstanden, ihn niemals bloßzustellen. Gerade das macht den Film zu einer desillusionierenden Lektion in Sachen Politik.

    film-dienst 08/2003: Der hellsichtige und zugleich erhellende Film ist ein Glücksfall für den politischen Dokumentarismus, der über den konkreten Einzelfall hinaus auch die fundamentale Krise der bundesdeutschen Demokratie reflektiert.


    Wertungen

    5 Sterne
    10 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2003 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Piffl Medien GmbH
    Laufzeit 80 Minuten
    Kinostart 10. April 2003