Herbstgeschichte

    Aus Film-Lexikon.de

    Arme Magali. Da hockt sie nun auf ihren Weinfeldern in Bourg-Saint-Andeol. Eine Mittvierzigerin - der Mann ist gestorben, die Tochter ist nach Orange gezogen, und nun fängt auch der Sohn an, eigene Wege zu gehen. Und Magali ist allein, mit mehr Zeit als ihr lieb ist, so daß sie ins Nachdenken kommt und sich zu fragen beginnt, ob vielleicht nicht doch noch ein Mann kommen könnte, der sie erlöst aus ihrer Single-Misere. Wie im Märchen müßte es sein, und ohne daß man etwas dazu täte - eine kleine Kontaktanzeige zum Beispiel, wie Isabelle vorschlägt, Magalis beste Freundin. Isabelle kennt sich aus im Leben, sie hat eine Buchhandlung in St.-Paul-Trois-Chateaux und weiß natürlich, von allein geht wenig in dieser französischen Provinz. Arme Magali, aber eines Tages wird alles noch komplizierter, da wollen die, die sie lieben, nicht mehr untätig ansehen, wie sie sich quält. Sie werden aktiv - in Vertretung von Magali - und greifen dabei zu Mitteln, die fürs erste ein rechtes seelisches Durcheinander hervorrufen. Isabelle gibt eine Anzeige auf und nimmt Kontakt mit dem Mann auf, der sich darauf meldet, und Rosine, die Freundin von Magalis Sohn, schiebt ihr den Ex-Geliebten unter. Armer Gerald: Er ist es, auf den sich Isabelles Hoffnungen richten, aber das Spiel, das sie mit ihm treibt, ist nicht besonders fein, und sicher nicht sehr fair. Aber vielleicht muß man manche Menschen wirklich zu ihrem Glück zwingen - nur darf man dabei ihre Strapazierfähigkeit nicht überschätzen ...



    Filmstab

    Regie Eric Rohmer
    Drehbuch Eric Rohmer
    Kamera Diane Baratier
    Schnitt Mary Stephen
    Produktion Margaret Menegoz

    Darsteller

    Isabelle Marie Rivière
    Magali Beatrice Romand
    Gerald Alain Libolt
    Etienne Didier Sandre
    Rosine Alexia Portal
    Leo Stéphane Darmon
    Emilia Aurelia Alcais
    Gregoire Matthieu Davette
    Jean-Jacques Yves Alcais

    Kritiken

    Dirk Jasper: Wein, Frauen und Gesang, damit kommt uns die letzte der vier Jahreszeiten-Geschichten von Eric Rohmer, und das ist eigentlich nicht unbedingt das, was man von diesem Regisseur erwartet. Die Jahreszeit hat ihn prächtig stimuliert, und der Herbst von Rohmer ist weniger von Melancholie als sehr viel mehr von Lebenslust und Altersweisheit geprägt.

    film-dienst 20/1998: Sorgfältig inszeniert, mit einer dezenten Kamera und dem Schwerpunkt auf den pointierten Dialogen, bietet er subtile Unterhaltung, die zum Nach- und Überdenken einlädt.


    Wertungen

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    Original Conte d'Automne
    Jahr/Land 1998 / Frankreich
    Genre Liebeskomödie
    Laufzeit 110 Minuten
    Kinostart 01. Oktober 1998