Henners Traum - das größte Tourismusprojekt Europas

    Aus Film-Lexikon.de

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    Dubai, die Osterinseln – und jetzt Hofgeismar in Nordhessen. Das wird ein „absolutes Leuchtturmprojekt“, sagt Architekt Tom Krause. Rund 420 Millionen sollen investiert werden. Auf 800 Hektar entstehen fünf luxuriöse Hotels, 600 Villen und Ferienwohnungen, mehrere Golfplätze, eine künstliche Seenlandschaft von 34 Hektar sowie eine Trabrennbahn mit angeschlossenem Pferdezentrum und Poloplatz. Und nicht zu vergessen: 1000 Arbeitsplätze winken.

    Januar 2006. Tom Krause ist gerade aus Brasilien zurück. Dort baut er seit mehreren Jahren in Bahia an einem Luxus-Resort mit eigenem Flughafen. Der letzte der drei Golfplätze ist gerade fertig gestellt worden. „Ein phantastisches Projekt“. Seine Augen glänzen vor Begeisterung. Zurzeit hat er „60 Projekte in 24 Ländern“ laufen. Es gibt Büros in Dubai, Sao Paulo und Hamburg. „Wir arbeiten interkontinental. Es gibt zwar noch andere Planungsbüros in Deutschland, die ähnliche Objekte auf den Weg bringen, aber in Deutschland sind wir eindeutig führend.“ Er hält ein wenig inne, überlegt, und sagt: „Also als Weltmarktführer würde ich uns mit unseremBüro nicht bezeichnen, aber man kann schon sagen: Wir sind Europamarktführer.“ Manche bezeichnen ihn als größenwahnsinnig. Aber das stört ihn nicht. „Neid gibt es überall.“Die Ausgangsfragestellung ist schlicht und einfach: Wo kommen in Zeiten der weltweiten Immobilien- und Finanzkrise, 420 Millionen für das größte Tourismusprojekt in Europa her? Eine exemplarische Reise tief in das Herzen von Projektplanern und Immobilienfi nanzierungen. Zweieinhalb Jahre durfte der Film dem (un)gleichen Duo Sattler und Krause bei der Arbeit über die Schulter schauen, wenn sie auf Investoren, Botschafter und Bürokraten treffen.



    Filmstab

    Regie Klaus Stern
    Drehbuch Klaus Stern
    Kamera Harald Schmuck
    Musik Michael Kadelbach
    Produktion Klaus Stern

    Kritiken

    Frankfurter Rundschau, 12.02.09: „Stern begleitet Sattler bei Botschaftern, Investoren, Bürokraten und lässt und so teilhaben, wie Politik funktioniert. Er ist ein genauer Beobachter, hört hin, ordnet ein, doch fällt er kein Urteil, er führt seine Helden nicht vor. [...] Beachtlich“

    epd medien, 18.11.08: „Herausgekommen ist ein Film mit Einblicken, die man normalerweise nicht bekommt. Einblicke in den Politikbetrieb in der Provinz, in den Mechanismus von Immobilienfinanzierungen, in Mauschelei und Trickserei. Hinterzimmerpolitik und Landespolitik. [...] Vertrauen und Luftschlösser, die Ingredienzien der gegenwärtigen Finanzkrise, spielen in dieser Geschichte die Hauptrolle. [...] Ein langer und sehr aufschlussreicher Blick in Verhältnisse mitten in Deutschland, geographisch und ideologisch.“

    critic.de: Zweieinhalb Jahre folgte Filmemacher Klaus Stern dem umtriebigen Bürgermeister, durch viele Phasen der Projektentwicklung war die Kamera dabei und präsentiert uns einen Marathon von Besprechungen und zähen Verhandlungen. ... Dass er dabei zum tragischen Helden und nicht zur realitätsfernen Witzfigur wird, ist Klaus Sterns präziser, unaufdringlicher Regie zu verdanken. Immer dabei, aber nie zu nahe oder entblößend verfolgt er seinen Protagonisten mit großem Respekt, ja fast Sympathie.