Heinrich der Säger

    Aus Film-Lexikon.de

    Nachts schlafen die Leut! Auch in der deutschen Provinz. Nur der Säger ist mit einem Trennschleifer auf den Gleisen unterwegs und sägt Stücke heraus. Er glaubt so, die Kommerzbahn zur Rücknahme von Streckenstilllegungen, Entlassungen und Privatisierung zwingen zu können. Bislang ist alles gut gegangen, keine Spuren, keine Verletzten, Grantke warnt rechtzeitig. Hinter seiner Maske verbrigt sich Bahnhofsvorsteher Kurt Grantke, eigentlich verantwortlich für den ebenfalls von der Stilllegung bedrohten Bahnhof Storchenroda und mit Leib und Seele Eisenbahner. Seine Tocher Teresa fühlt sich mit ihrem Leib hingezogen zum Briefträger Heiko und mit ihrer Seele zur heiligen Jungfrau Maria. Ein Konflikt, der zunächst unlösbar scheint. Kommissar Stahl ist dem Säger auf der Spur. Unterstützt - oder behindert, darüber herrscht Unklarheit - wird er von seiner Assistentin Braun, einer jungen Polizistin, der es nicht nur in Kleiderfragen am richtigen Gespür mangelt. Zusammen bilden sie aber ein durchaus schlagkräftiges Team. Kurt bekommt, wenn auch zunächst unfreiwillig, Unterstützung von Heiko, nebenberuflich Erfinder von elektronisch gesteuerten Weichenknackern. Als noch Tochter Teresa durch christliche Argumente von der gerechten Sache überzeugt werden kann, ist das Trio perfekt und erobert fortan als "Heinrich der Säger" die Herzen der Bevölkerung. Kommissar Stahl ist auch nicht untätig, er will den Säger dingfest machen, koste es was es wolle - auch eine Katastrophe. Das Trio geht derweil aufs Ganze: Ein Jubiläumsdampfzug soll entgleisen und mit ihm der gesamte Bahnvorstand. Aber diesmal macht "Heinrich" einen entscheidenden Fehler.



    Filmstab

    Regie Klaus Gietinger
    Drehbuch Klaus Gietinger
    Kamera Hans Hager
    Schnitt Katrin Suren
    Musik Klaus Roggors
    Produktion Dr. Ralf Schneider

    Darsteller

    Kurt Grantke Rolf Becker
    Teresa Grantke Meret Becker
    Heiko Alexander Beyer
    Braun Karina Krawczyk
    Kommissar Stahl Heinz-Werner Kraehkamp
    Block Wolfgang Winkler
    Fred Eckart von der Trenck
    Gregor Holger Fuchs
    Pastor Uwe Steimle
    Dr. Maegerle Heribert Weber

    Kritiken

    Cinema 2001-08: Gedacht als stilisierte Burleske mit sozialkritischem Hintergrund, verströmt die Komödie allenfalls Bauerntheater-Atmosphäre - überzeichnete Figuren und biederer Humor torpedieren Gietingers redliche Absichten. "Heinrich, der Nervensäger" wäre der bessere Titel gewesen.

    film-dienst 2001-17: Von boshaftem (Dialog)-Charme getragene Polit- und Provinzposse, stringent inszeniert und bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. Vergnügliches "Railroad-Movie", das zu den Kostbarkeiten der deutschen Filmkomödien zählt.


    Wertungen

    4 Sterne
    2 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2001 / Deutschland
    Genre Komödie
    Laufzeit 94 Minuten
    Kinostart 16. August 2001