Happy Burnout

    Aus Film-Lexikon.de

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    Alt-Punk Fussel (Wotan Wilke Möhring) ist Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer aus Überzeugung. Arbeit? Nicht mit ihm. Er lässt es lieber ruhig angehen, hat immer einen Spruch parat und wickelt mit seinem jungenhaften Charme die Bekanntschaft vom Supermarkt genauso um den Finger wie Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff), seine Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Sie ist ihm verfallen und unterstützt seine Zurückhaltung bei der Arbeitssuche – bis eine interne Prüfung sie zwingt, aktiv zu werden. Zu einem Job lässt Fussel sich nicht überreden, daher vermittelt sie ihm etwas anderes: ein Arbeitsunfähigkeits-Attest, Diagnose Burnout, samt Therapie in einer stationären Klinik.

    So findet sich Chaot Fussel plötzlich zwischen echten Ausgebrannten wieder, den Gestrandeten einer Gesellschaft im Effizienzwahn. Mit seiner unorthodoxen Art mischt Fussel den Klinikalltag mitsamt der Therapeutin und Psychologin Alexandra (Anke Engelke) gehörig auf, bringt aber auch frischen Wind in den Laden. Und den können seine neuen Mitbewohner – der lebensmüde Sonnenstudiobesitzer Günther (Michael Wittenborn), der cholerische Kinder-Entertainer Datty (Kostja Ullmann), die überforderte Hausfrau und Mutter Merle (Julia Koschitz) und der Geschäftsmann Anatol (Torben Liebrecht) – auch mehr als gebrauchen.

    Doch je besser er sie kennenlernt, desto mehr beginnt selbst Fussel, über sich nachzudenken. Bis irgendwann gar nicht mehr so klar ist, wer hier eigentlich wen therapiert, wer wirklich Hilfe braucht und worum es am Ende des Tages tatsächlich geht. In der Therapie. Und im echten Leben.




    Filmstab

    Regie André Erkau
    Drehbuch Gernot Gricksch
    Kamera Ngo The Chau
    Schnitt Uta Schmidt
    Musik Daniel Hoffknecht
    Produktion Michael Eckelt

    Darsteller

    Alexandra Anke Engelke
    Fussel Wotan Wilke Möhring
    Merle Julia Koschitz
    Günther Michael Wittenborn
    Datty Kostja Ullmann
    Anatol Torben Liebrecht
    Dr. Gunst Ulrike Krumbiegel
    Frau Linde Victoria Trauttmansdorff
    Nelly Marleen Lohse

    Kritiken

    www.moviebreak.de Sebastian Groß: „Happy Burnout“ will gerne mit dem Thema psychische Erkrankung befassen, versucht aber die Seiten, die man nicht publikumswirksam romantisieren kann, auszusparen. Ein wenig so wie jemand der stolz damit hausieren geht, dass er für hungernde Kinder gespendet hat, aber jedes Mal die Augen verschließt, wenn er wirklich eines sieht.

    www.filmstarts.de Christian Horn: In der kurzweilig-trivialen Tragikomödie täuscht ein von Wotan Wilke Möhring gespielter Alt-Punk einen Burnout vor – und hinterfragt im Verlauf der stationären Therapie sein Leben.

    www.spielfilm.de Carsten Moll: "Happy Burnout" ist ein Film, der wenig wagt und am Ende nicht viel gewinnt. Während die guten Darsteller um Wotan Wilke Möhring zumindest in den komödiantischen Szenen noch punkten können, leiden die ernsteren Momente unter mangelnder Glaubwürdigkeit und müden Klischees.


    Wertungen

    4 Sterne
    2 Bewertungen
    Jahr/Land 2017 / Deutschland
    Genre Komödie
    Film-Verleih Warner Bros.
    FSK ab 6 Jahre
    Laufzeit 102 Minuten
    Kinostart 27. April 2017