Hanna Schygulla

    Aus Film-Lexikon.de

    deutsche Schauspielerin; * 25. Dezember 1943 in Kattowitz (heute: Katowice, Polen)

    Seit den verflossenen Zeiten Marlene Dietrichs hat der deutsche Film keine weibliche Schauspielerpersönlichkeit hervorgebracht, die eine vergleichbare Faszination auf das internationale Kinopublikum geübt hätte wie Hanna Schygulla. Die Dietrich war eine Diva und Grande Dame des "Establishments", die Schygulla ist der "Superstar der Subkultur".

    Im oberschlesischen Kattowitz geboren, wandte sie sich in München zunächst dem Studium der Germanistik und Romanistik zu, bevor sie 1968 den Versuch wagte, Schauspielerin zu werden. Auf der Schauspielschule lernte sie die ideale Ergänzung zu ihrer Darstellungskunst kennen, den genialischen Jungregisseur und Avantgardisten des bundesdeutschen Films Rainer Werner Fassbinder. Fassbinder holte die Schygulla als Antigone in sein Antitheater und stellte sie in dem Film "Liebe ist kälter als der Tod" (1969) erstmals vor die Kamera; es folgten die Fernsehserie "Acht Stunden sind kein Tag" und Fontanes "Effi Briest", eine Rolle, die der Dreißigjährigen den Durchbruch zur allgemeinen Aufmerksamkeit und Anerkennung verschaffte. Nach einer längeren Pause erneuerte Hanna Schygulla 1978 die Zusammenarbeit mit Fassbinder: Es entstand der Film "Die Ehe der Maria Braun". Anschließend spielte Hanna Schygulla in Fassbinders Döblin-Verfilmung "Berlin Alexanderplatz" mit. Ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere war die Rolle der Lili Marleen im gleichnamigen Film (1981).


    Filmografie - Darsteller