Große Mädchen weinen nicht

    Aus Film-Lexikon.de

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    Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. Kati und Steffi sind schon seit dem sechsten Lebensjahr die engsten Freundinnen. Jetzt sind die beiden 17 und genießen gemeinsam die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens. Doch während Kati erzkonservative Eltern hat, die sich ständig streiten und ihre hübsche Tochter lieber wie eine Nonne gekleidet sehen würden, kommt Steffi aus einem scheinbar harmonischen und liberalen Elternhaus. Eines Tages erleben die beiden, wie diese schöne Welt zusammenbricht wie ein Kartenhaus: In einem Szene-Club, in den sie von Katis neuem Schwarm mitgenommen worden sind, entdecken die beiden zufällig Steffis Vater in den Armen einer anderen Frau. Steffi ist geschockt. Ihr Vertrauen in ihre kleine heile Welt ist in den Grundfesten erschüttert. In diesem Zustand denkt sie nur noch an eins: Sie will sich rächen, an ihrem Vater, an dessen heimlicher Freundin, sogar an der Tochter dieser Freundin. Sie spielt ein gefährliches Spiel, in das sie bald alle und jeden, an dem ihr etwas liegt, verstrickt. Fast zwangsläufig verliert sie in ihrer blinden Wut nach und nach die Kontrolle über die Situation und das Vertrauen ihrer Freunde. Sogar Kati, die doch alles versucht, um ihr zu helfen, steht ratlos vor Steffis Scherbenhaufen. Doch den größten Schaden fügt Steffi sich selber zu.



    Filmstab

    Regie Maria von Heland
    Drehbuch Maria von Heland
    Kamera Roman Osin
    Schnitt Jessica Congdon
    Musik Niclas Frisk, Andreas Mattsson
    Produktion Andrea Willson, Judy Tossell

    Darsteller

    Kati Anna Maria Mühe
    Steffi Karoline Herfurth
    Tessa Josephine Domes
    Klaus Tillbert Strahl-Schäfer
    Carlos David Winter
    Hans Stefan Kurt
    Ann Nina Petri
    Ingrid Gabriela Maria Schmeide
    Jost Matthias Brandt
    Jeanette Teresa Harder

    Kritiken

    film-dienst 22/2002: Actiondrama um zwei 17-jährige Schülerinnen. Mit Sinn für filmische und musikalische Effekte wird der beschwerliche Weg vom pubertierenden Teenager zur verantwortungsbewussten Frau nachgezeichnet. Mit seiner Neigung zur klischeehaften Inszenierung, die an der vordergründig-aufregenden Seite des Teenagerlebens orientiert ist - Drogenkonsum, Pornoproduzenten, Vergewaltigung, Mord und Selbstmord -, verstellt der Film den Blick auf die Lebenswelt von Jugendlichen. Bemerkenswert frisch und ernsthaft sind hingegen die Leistungen der jugendlichen Darsteller.

    Cinema 11/2002: Mit ihrem nuancierten Spiel treten Karoline Herfurth und Anna Maria Mühe selbstbewusst in die Fußstapfen einer Franka Potente. In dem bittersüßen Drama schildern sie ihr Lebensgefühl zwischen Einsamkeit, Orientierungslosigkeit und Sehnsucht mit einem Mix aus Humor und Pathos - so wie es ihre männlichen Altersgenossen im Kino von "... denn sie wissen nicht, was sie tun" bis "Crazy" schon seit langem tun.

    Rhein-zeitung 25. Oktober 2002: In ihrem Film fängt von Heland subtil die verletzliche Gefühlslage der jungen Heldin ein. Die abenteuerliche Reise ins Erwachsenwerdens, bei der Werte wie Freundschaft und Loyalität auf den Prüfstand gestellt werden, begeisterte bereits das Publikum auf dem Filmfestival in San Sebastian.


    Wertungen

    4 Sterne
    1 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2001 / Deutschland
    Genre Drama
    Film-Verleih Sony Pictures Releasing GmbH
    Laufzeit 87 Minuten
    Kinostart 24. Oktober 2002