Grabgeflüster - Liebe versetzt Särge

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    Ihre Geschichte beginnt auf einem Tanzball vor über dreißig Jahren. Als der schüchterne Boris endlich all seinen Mut zusammennimmt und seine große Liebe Betty zum Tanzen auffordern will, ist ihm bereits ein Anderer zuvorgekommen. Und deshalb sind die Dinge heute so wie sie sind: Boris Plotz lebt allein mit seinem Kater als Bestattungsunternehmer, und Betty ist die Frau von Hugh Rhys-Jones geworden, der es dank ihres Vermögens zum Bürgermeister des kleinen walisischen Städtchens Wrottin-Powys gebracht hat und sie heimlich mit seiner jungen, knackigen Sekretärin betrügt. Doch das Schicksal hält eine zweite Chance für Boris und Betty bereit: Als ihre Schwiegermutter, Gott hab sie selig, ihre Frühstücksflocken zu gierig runterschlingt und dabei erstickt, wird Boris mit dem Begräbnis beauftragt. Diesmal kann er endlich Bettys Herz für sich gewinnen und sie überreden, mit ihm in der Karibik ein neues Leben anzufangen. Doch dazu muss Betty ihren eigenen Tod inszenieren und als Leiche posieren. Was gar nicht so leicht ist: Versuchen Sie mal, überzeugend die Mausetote zu mimen, während Ihr Mann am Ihrem offenen Sarg seine Affären gesteht, seine Geliebte beichtet, wie sie versucht hat, Sie zu vergiften, und Ihnen Blumen auf die Brust gelegt werden, auf die Sie allergisch reagieren! Zu allem Überfluss sind da noch Boris' Konkurrent Frank Featherbed und sein Assistent Delbert, die Boris und die "tote" Betty keinen Moment aus den Augen lassen ...



    Filmstab

    Regie Nick Hurran
    Drehbuch Frederick Ponzlov
    Kamera James Welland
    Schnitt John Richards
    Musik Rupert Gregson-Williams
    Produktion Jason Piette, Michael L. Cowan, Suzanne Lyons, Kate Robbins

    Darsteller

    Betty Rhys-Jones Brenda Blethyn
    Boris Plotz Alfred Molina
    Delbert Butterfield Lee Evans
    Meredith Naomi Watts
    Candace Ena Cohen
    Dr. Owen Howell Evans
    Pianistin Maggs Harries
    Andrea Cass Beverly Hotsprings
    Totengräber Daffyd Hywel

    Kritiken

    Dirk Jasper: Eines muss man den Briten lassen: Sie sind die Komödienmeister Europas. Keiner schafft es so unterhaltsam und souverän, schwarzen Humor mit menschlicher Wärme und skurrile Einfälle mit sozialen Statements zu verbinden wie sie. In bester Britcom-Tradition erzählt "Grabgeflüster - Liebe versetzt Särge" die Geschichte einer erfolgreichen Emanzipation und ist bei aller absurder Situationskomik und abstrusen Twists vor allem doch ein Liebesfilm voller Herzenswärme, Romantik und Zuversicht.

    cinema 06/2003: Ein Film wie ein Foxtrott: mal schwungvoll, mal gemächlich, jedoch stets leichtfüßig bewegt sich das quicklebendige Ensemble durchs morbide Vergnügen. Der Tod tanzt allenthalben mit - aber dank spritzigen Humors gerät Grabgeflüster nie zum Totentanz. Zum Sterben schön: Eine glänzende Besetzung huldigt hingebungsvoll dem Leben.

    film-dienst 13/2003: Turbulente schwarze Komödie um das sympathische Thema einer späten Liebe, die zu sehr auf die Grundidee baut und dabei den situativen Humor vernachlässigt.