Gosford Park

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    Auf diesen Moment hat die junge Kammerzofe Mary Maceachran seit langem gewartet: sie darf am Wochenende ihre Herrin Lady Constance von Trentham zu einer feudalen Jagdgesellschaft in Gosford Park begleiten. Sir William McCordle und Lady Sylvia McCordle wissen wie immer illustre Gäste um sich zu scharen. Außer Sylvias Tante, der bereits erwähnten Gräfin von Trentham und weiteren höchst angesehenen Lordschaften, sind auch der berühmte britische Stummfilm-Star Ivor Novello sowie der amerikanischer Filmproduzent Morris Weissman mit von der Partie. Wie die anderen Bediensteten der noblen Gäste, versuchen auch Henry Denton und Mary sich im Gewimmel von Butlern, Kammerdienern, Köchinnen und Dienstmädchen in den zahlreichen Gesinderäumen und Fluren zurecht zu finden. Die feine Gesellschaft in der Belle Etage pflegt den kultivierten Müßiggang streng ritualisiert und nach festgefügten Mustern. Von diesem Leben hören die Bediensteten mehr, als dass sie etwas davon zu sehen bekommen. Auf Gosford Park scheint die strikte gesellschaftliche Hierarchie auch 1932 noch völlig intakt: Loyalität, Diskretion und eine betont devote Haltung sind Erwartungen, die nicht nur die Herrschaften an die Bediensteten stellen, die Bediensteten stellen diese Forderungen auch gegenüber sich selbst. Dennoch: bei den Mahlzeiten im Souterrain breiten jedoch alle, auch der Butler Jennings, die Hausdame Mrs. Wilson, die Köchin Mrs. Croft, der Lakai George und das erste Hausmädchen Elsie genüsslich den jeweils neuesten Tratsch über das Treiben, das Leiden und die Intrigen der Herrschaften aus. Mary findet in Elsie eine Vertraute, die ihr einen weiteren Einblick in die ganz und gar eigenen Gesetze von Gosford Park gewährt. Als um Mitternacht ein Mord das Haus erschüttert, ist klar, dass in diesem sonderbaren Kosmos nichts so ist, wie es scheint - weder oben in den luxuriösen Salons, noch unten in den Waschküchen und Werkstätten! Der ermittelnde Inspektor Thompson steht vor einer Wand des Schweigens. Ein Geheimnis scheint beide Welten unsichtbar miteinander zu verbinden ...



    Filmstab

    Regie Robert Altman
    Drehbuch Julian Fellowes
    Vorlage Robert Altman, Bob Balaban
    Kamera Andrew Dunn
    Schnitt Tim Squyres
    Musik Patrick Doyle
    Produktion Robert Altman, Bob Balaban, David Levy

    Darsteller

    Sir William McCordle Michael Gambon
    Lady Sylvia McCordle Kristin Scott Thomas
    Isobel McCordle Camilla Rutherford
    Constance, Countess of Trentham Maggie Smith
    Raymond, Lord Stockbridge Charles Dance
    Mrs. Jane Wilson Helen Mirren
    Jennings / The McCordles' Butler Alan Bates
    Louisa, Lady Stockbridge Geraldine Somerville
    Lieutenant Commander Anthony Meredith Tom Hollander
    Lady Lavinia Meredith Natasha Wightman

    Kritiken

    Dirk Jasper: Altmeister Robert Altman hat für "Gosford Park" erstmals in England gedreht. Entstanden ist ein einzigartiger Ensemble-Film, der weit über das gängige Genre des klassischen, englischen "Country House Murder Mystery" hinausgeht. Altman entwirft vor den Augen des Zuschauers ein vielteiliges Mosaik verschiedenster Handlungen, die sich alle unter einem Dach - im Kosmos des "oben" und "unten" - simultan ereignen. Dabei besticht vor allem die Brillianz des feinen Humors in den Dialogen: selten wurde der sogenannten Upper Class ihr Snobismus böser auf den Leib geschrieben und durch ein solches Star-Ensemble mit gekonnter Leichtigkeit zum Leben erweckt. Selten wurde das Leben so pointiert gezeigt, wie es nun einmal eben auch sein kann: unglaublich tragisch und komisch zugleich.

    Svenja Hadler (TV-Movie) 2002-13: Kleine Gemeinheit hier, gehässiger Seitenhieb dort - nach zuletzt enttäuschenden Filmen wie "Dr. T. And The Women" gelingt Robert Altman hier ein herrlich ironisches Sittengemälde, das mit einer herausragenden Besetzung auftrumpft. Trotz einiger Längen: "Gosford Park" ist Altmans bester Film seit Jahren.

    Rolf von der Reith (TV-Today) 2002-13: Ein großartiges, spannendes Ensemblestück, perfekt inszeniert und begeisternd gespielt.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    Oscar.jpg 2001 Bestes Originaldrehbuch Julian Fellowes (Story & Screenplay)
    nom 2001 Bester Film Robert Altman, Bob Balaban, David Levy
    nom 2001 Beste Regie Robert Altman
    nom 2001 Beste Nebendarstellerin Maggie Smith
    nom 2001 Beste Nebendarstellerin Helen Mirren
    nom 2001 Bestes Szenenbild Stephen Altman (Art Direction), Anna Pinnock (Set Decoration)
    nom 2001 Bestes Kostümdesign Jenny Beavan


    Wertungen

    4 Sterne
    1 Bewertungen
    Jahr/Land 2001 / USA
    Genre Tragikomödie
    Film-Verleih Universal Pictures International Germany GmbH
    Laufzeit 127 Minuten
    Kinostart 13. Juni 2002