Gerdas Schweigen

    Aus Film-Lexikon.de

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    Am Anfang steht ein Tabubruch: Das Kind Knut fragt seine ,Tante Gerda’ aus Amerika, gerade zu Besuch in der DDR, nach dem Verbleib ihres Kindes, über das niemand zu sprechen wagt. Die Kaffeegäste schweigen entsetzt. Knut ist verwirrt und beschämt. Diesen Sonntagnachmittag wird er nie vergessen.

    30 Jahre später besucht Knut Elstermann Gerda in New York und stellt ihr diese Frage erneut. Sie berichtet von engen Familien- und Freundschaftsbanden der Vorkriegszeit, vom Überleben jüdischer Freunde und Bekannte, aber auch von Deportation und Tod. Es ist die Geschichte einer Suche nach Wahrheit in Akten und Zeitzeugenberichten sowie in der eigenen Erinnerung.

    Die Filmemacherin Britta Wauer ist Gerdas Geschichte nachgegangen. Ausgehend von Gerdas Begegnung mit Knut, seinen hartnäckigen Fragen, die schließlich eine Antwort bekommen, zeichnet sie mit großem Respekt und unverkennbarer Liebe zu ihrer Protagonistin das filmische Porträt einer faszinierenden Frau, die sich mit trotzigem Lebensmut ein Leben nach Auschwitz aufgebaut hat.

    Der Ausgangspunkt dieses neuen Lebens war ein Schweigen über den Endpunkt des alten – ein Schweigen, das Gerda bis zu ihren Gesprächen mit Knut Elstermann auch gegenüber ihrem Sohn Steven nicht brach ...



    Filmstab

    Regie Britta Wauer
    Drehbuch Britta Wauer
    Vorlage Knut Elstermann
    Kamera Kaspar Köpke, Bob Hanna
    Musik Karim Sebastian Elias
    Produktion Volker Hahn

    Darsteller

    Gerda Schrage
    Knut Elstermann

    Kritiken

    filmstarts.de: "Gerdas Schweigen" ist (...) nicht nur die bewegende Geschichte eines Opfers, sondern zugleich eine Kritik an den Methoden des Journalismus. Ohne den Zeigefinger zu erheben, wird vorgeführt, dass die Vorstellung von einer wirkungslosen Geschichtsschreibung, die selbst also wiederum keine Geschichte schreibt, illusorisch ist.

    filmkunstkinos.de: "Gerdas Schweigen" erzählt nicht nur von einem schweren Schicksal, sondern auch von dessen Bewältigung (...). Ein sehenswerter Film, der das Schicksal einer jungen jüdischen Frau aus einer ganz anderen Sicht rekonstruiert, aus der Sicht einer Schweigenden, doch es ist ein beredtes Schweigen, dass mehr offenbart, als die uns so vertrauten Schreckensbildern von ausgezehrten Leibern, Leichenbergen und Fabrikschornsteinen.

    film.de: (...) das filmische Porträt einer faszinierenden Frau, die sich mit trotzigem Lebensmut ein Leben nach Auschwitz aufgebaut hat.


    Wertungen

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    Original -
    Jahr/Land 2008 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Piffl Medien GmbH
    Laufzeit 95 Minuten
    Kinostart 06. November 2008