Friedensschlag - Das Jahr der Entscheidung

    Aus Film-Lexikon.de

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    2002 gründeten Rupert Voss und Werner Makella in Taufkirchen bei München die Work and Box Company als Projekt zur Betreuung gewaltauffälliger männlicher Jugendlicher und junger Männer – für viele der Teilnehmer die letzte Alternative zum Knast. Ihre Methodik des Projekts basiert auf der individuellen Auseinandersetzung mit jedem Einzelnen, auf dem Verstehen der männlichen Psyche als Voraussetzung dafür, alte Verhaltensmuster aufzulösen und neue Handlungsfreiheit zu gewinnen. Work and Box: das sind die zwei wesentlichen Bausteine des Projektjahres: Die Vorbereitung der Jugendlichen auf die Aufnahme einer Ausbildung oder einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt – einschließlich der aktiven Vermittlung in entsprechende Stelle – und das Boxen.

    Der Boxkampf, mit dem sich fast alle Teilnehmer lange schwer tun, ist Handlungsfaden und zugleich Auslöser für die persönliche Entwicklung der Protagonisten. Beim Boxen erleben sie einen Prozess der Transformation. Sie beginnen damit, Kontakt zu sich selbst herzustellen, sie lernen die eigenen seelischen Verletzungen - den Kern - zu erkennen, und beginnen, mit sich und ihrer Geschichte Frieden zu schließen. Im Ring ist jeder Einzelne gezwungen, sich ehrlich und unverstellt zu zeigen. Trauer und Freude, stille Gewissheit, Verzweiflung und Hoffnung liegen nahe beieinander.




    Filmstab

    Regie Gerardo Milszstein
    Kamera Gerardo Milszstein
    Schnitt Thomas Grube, Barbara Toennieshen
    Musik P:lot
    Produktion Uwe Dierks, Thomas Grube, Andrea Thilo

    Kritiken

    Cinema: Ein wichtiger Film, der spannende Einblicke in die Psyche von jungen Gewalttätern vermittelt und deutlich macht, dass härtere Strafen die Probleme nur verschärfen würden. Fazit: Ein fesselnder Film über ein eindrucksvolles Sozialprojekt Wertung: 100%.

    Julian Hanich (tagesspiegel.de) 2010-02: Hier bekommen das Jugendgewaltproblem, die Integrationsdebatte und die Kinderarmutsfrage ein Gesicht. Man blickt es fasziniert an. Und mit Bangen.


    Wertungen

    0 Sterne
    0 Bewertungen
    Jahr/Land 2010 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Piffl Medien
    Laufzeit 107 Minuten
    Kinostart 15. April 2010