Filmmusical

    Aus Film-Lexikon.de

    Grease

    Ein Filmmusical ist verfilmtes Musical, das sich besonders durch viele Tanz- und Gesangseinlagen auszeichnet. Meist dienten die erfolgreichen Musicalproduktionen des berühmten Broadways in New York als Vorlage. Doch wurden auch manche Musicals für den Film geschrieben und erst nachträglich auf einer Theaterbühne aufgeführt.

    Geburt des Genres

    Während sich in Amerika in den 30er Jahren das Musical am Broadway etablierte, entstand parallel auch das Filmmusical. Denn durch die Entwicklung des Tonfilms war es nun möglich, Filme mit Musik zu hinterlegen, was für das Filmmusical natürlich eine Grundvoraussetzung ist.

    Am Broadway selbst hatte man immer wieder Schwierigkeiten, aufwendige Kulissen darzustellen oder diese, während einer Aufführung, schnell und oft zu wechseln. So eröffnete die Idee, Musicals zu verfilmen, viele neue Dimensionen und ganz andere Möglichkeiten. Über die Jahre bestand eine enge Zusammenarbeit zwischen Hollywood und dem Broadway. So wurden viele Broadway-Erfolge verfilmt und Filme dienten später als Musical-Vorlage. In Deutschland hingegen entstand zunächst ein eigenständiges Genre, der Revuefilm. Dieser war eng mit dem Genre Tanzfilm, den Operetten und Musicals verknüpft und bezeichnet deutschsprachige Musik- und Tanzfilme der 30er bis 50er Jahre.

    Blütezeit und Entwicklung bis Ende des 20. Jahrhunderts

    Ein Amerikaner in Paris

    Das Genre Filmmusical erlebte bald eine Blütezeit. Das Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) war in den 1930er und 40er Jahren der größte und erfolgreichte Produzent von Kinofilmen. Das Filmmusical Ein Amerikaner in Paris aus dem Jahre 1951 gilt als künstlerischer und qualitativer Höhepunkt von MGM und ist eines der erfolgreichten Filmmusicals. Der Film wurde mit sechs Oscars, unter anderem für den besten Film, ausgezeichnet. Ein Jahr später folgte Du sollst mein Glücksstern sein, der mittlerweile als Klassiker gilt, nicht zuletzt wegen des großen Erfolges seines gleichnamigen Titelsongs.

    Die Blütezeit des Filmmusicals ließ nach und das Genre wurde immer unpopulärer. 1965 jedoch folgte mit Meine Lieder - meine Träume eine sehr erfolgreiche Verfilmung einer Broadway-Produktion, welche zur damaligen Zeit einer der meist gesehenen Filme war.

    Als John Travolta in den 70er Jahren mit seinem Hüftschwung zur Renaissance des Tanzfilmes beitrug, durfte natürlich auch ein Filmmusical mit Travolta in der Hauptrolle nicht fehlen. Die Liebesgeschichte um die anfangs schüchterne Sandy (Olivia Newton-John) und den Banden-Anführer Danny (John Travolta) in Grease (1978) ist bis heute eines der beliebtesten und erfolgreichsten Filmmusicals.

    In den 80er und 90er Jahren wurde es dann etwas ruhiger um den Musicalfilm. Möglicherweise war es die populäre Technomusik dieser Zeit, die es den Machern von Filmmusicals schwer machte, einen Hit zu produzieren.

    Filmmusicals im 21. Jahrhundert

    Mamma Mia!

    Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erlebt das Filmmusical ein Comeback. Filme wie Moulin Rouge und Hairspray mit John Travolta locken die Kinogänger in die Kinosäle. Auch die Verfilmung des ABBA-Musicals Mamma Mia! aus dem Jahre 2008 war ein Kassenschlager. Der Film überzeugte mit den Hollywood-Größen Meryl Streep, Pierce Brosnan und Colin Firth und seiner mitreißenden Musik.

    Die Herzen jüngerer Musicalfans schlugen vor allem bei "High School Musical" (2006) höher. Es entstand ein regelrechter Hype um dieses moderne Filmmusical und Fortsetzungen wurden schnell herbei gesehnt. Mittlerweile wird am vierten Teil gearbeitet. Die ersten beiden Teile der Story um die Liebe der Teenager Vanessa und Troy sahen weltweit mehr als 250 Millionen Menschen.

    Eines der neuesten Werke Hollywoods ist das Filmmusical Burlesque mit den Sängerinnen Cher und Christina Aguilera in den Hauptrollen.