Familiensache

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    Es beginnt mit einer Geburtstagsfeier für George Gulden, College-Professor und Schriftsteller mit großen Ambitionen, einen Roman zu schreiben. Sein Interesse gilt aber auch ebenso seinen Studentinnen. Seine Frau Kate, die diese Feier in gewohnter organisatorischer Manier ausgerichtet hat, ist sehr stolz auf ihren Mann und ihre beiden Kinder. Ellen, die als Harvard-Absolventin erfolgreich in New York arbeitet, ist von dem Getue ihrer Mutter meistens peinlich berührt. Ihren Vater aber vergöttert sie nahezu. Ihr Bruder Brian konnte dem Leistungsdruck des Vaters nie standhalten. Nachdem er nun den Kurs in englischer Literatur verhauen hat, traut er sich nicht, es dem Vater zu beichten. Als Kate sich einer Krebsoperation unterziehen muss, verlangt George, daß Ellen New York verlassen und wieder zu Hause in New Jersey einziehen soll, um ihre Mutter zu pflegen. Zunächst ist die ambitionierte Karrierefrau ob dieses Anliegens entrüstet, beugt sich aber schließlich doch dem Willen ihres Vaters. Wie sich bald herausstellt, ist der Wunsch des Vaters eher egoistischer motivierter Natur. Die im Haushalt ungeschickte Ellen ist entsetzt, als sie mit einem Mal gezwungen ist, das Leben ihrer Mutter zu leben, das sie eigentlich immer verabscheut hat. Kate versucht sich von der Krankheit nicht unterkriegen zu lassen. In der Familie wachsen die Spannungen und Verzweiflung. Langsam beginnt aber eine emotionale Annäherung zwischen Kate und Ellen. Ellen fängt an, ihren verehrten, aber durchaus egoistischen Vater, der immer noch seine Affären mit Studentinnen pflegt, in einem anderen realistischeren Licht zu sehen. Als die Mutter stirbt, wird bei der Autopsie eine Überdosis Morphium entdeckt ...



    Filmstab

    Regie Carl Franklin
    Drehbuch Karen Croner
    Vorlage Roman von Anna Quindlen
    Kamera Declan Quinn
    Schnitt Carole Kravetz
    Musik Cliff Eidelman
    Produktion Harry Ufland, Jesse Beaton

    Darsteller

    Kate Gulden Meryl Streep
    Ellen Gulden Renée Zellweger
    George Gulden William Hurt
    Brian Gulden Tom Everett Scott
    Jules Lauren Graham
    Jordan Belzer Nicky Katt
    District Attorney James Eckhouse
    Mr. Tweedy Patrick Breen
    Oliver Most Gerrit Graham
    Senator Sullivan David Byron
    Harold Stephen Peabody
    Dr. Cohen Lizabeth MacKay

    Kritiken

    Dirk Jasper: Turbulent, humorvoll, bissig, aber auch bewegend schildert dieser Film-Hochkaräter, wie familiäres Krisenmanagement eine Karrierefrau auf die Palme bringt. Dabei geht es nur darum, ihren geplagten Eltern zu zeigen, was Liebe ist.

    TV Movie 06/1999: Nach "Seite an Seite" mit Susan Sarandon kommt jetzt das zweite Familien-Melodram mit krankheitsbedingtem Tod in die Kinos. Meryl Streep verkörpert das Urbild der amerikanischen Hausfrau, die sich für ihre Familie aufopfert und gerade deswegen von der Karrierebewußten Tochter nicht akzeptiert wird - ein moderner Mutter-Tochter-Konflik. Trotz hervorragender schauspielerischer Leistungen vermag der Film jedoch nicht durchgängig zu fesseln. Kein Wunder: Ein 130minütiges Loblied auf Mütter wäre wohl selbst dem Papst zu lang.

    kultur SPIEGEL 03/1999: Meryl Streep als krebskranke Mutter, wer möchte da nicht mitleiden? Ihre Tochter, die Journalistin Ellen (Renee Zellweger), fühlte sich vom Schriftsteller-Daddy (William Hurt) nie ernst genommen. Jetzt muss sie Krankenschwester spielen und übernimmt zähneknirschend die Rolle der sorgenden Hausfrau. Dem Regisseur Carl Franklin gelang eine sentimentale, aber ehrliche Familienstudie.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 1998 Beste Hauptdarstellerin Meryl Streep


    Wertungen

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    Original One True Thing
    Jahr/Land 1998 / USA
    Genre Melodram
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 127 Minuten
    Kinostart 18. März 1999