Ethan Coen

    Aus Film-Lexikon.de

    US-amerikanischer Filmregisseur, -produzent und Drehbuchautor; * 21. September 1957 in Minneapolis, Minnesota

    Die Coen-Brüder Ethan und Joel Coen zählen zu den innovativsten Filmemachern unserer Zeit. Ihr Stil ist geprägt von einer Mischung aus überspitzter Darstellung, schrägem Humor und einer Prise Brutalität. Zwar wurde in ihren ersten Filmen offiziell Joel als Regisseur und Ethan als Produzent aufgeführt, jedoch arbeiten beide in allen Bereichen eng zusammen.

    Joel Coen kaufte sich als Kind von seinem Ersparten eine Super-8-Kamera; beide Brüder drehten damit TV-Filme nach. Während Joel an der New York University Film School seinen Abschluss machte, studierte Ethan Philosophie in Princeton. Sam Raimi, der einen Assistenten für seinen ersten Film "The Evil Dead" suchte, stellte dafür Joel Coen an.

    Gemeinsam schrieben Joel und Ethan an ihrem ersten Drehbuch, das sie auch selbst verwirklichten: Der Thriller "Blood Simple" (1984) ist eine Hommage an den Film noir der 1940er Jahre. 1987 entstand die Komödie "Arizona Junior" (Rising Arizona) mit Nicolas Cage und Holly Hunter. Die rabenschwarze Komödie "Barton Fink" (1991) wurde viermal für den Oscar nominiert. Ihr nächster großer Erfolg war wieder eine schwarze Komödie, "Fargo" (1996). Der Film spielt im verschneiten nördlichen Mittleren Westen der USA. Die Coen-Brüder erhielten einen Oscar für ihr Drehbuch, Frances McDormand wurde als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. "The Big Lebowski" (1998) über den Alt-Hippie Jeffrey "The Dude" Lebowski, verkörpert von Jeff Bridges, avancierte zum Kultfilm, ging allerdings bei den Filmpreisen leer aus. Die in den Dreißiger Jahren am Mississippi spielende Komödie "O Brother, Where Art Thou?" basiert auf Homers Odyssee und verfolgt die Geschicke von drei Flüchtigen. George Clooney erhielt für seine Rolle als Everett den Golden Globe als Bester Hauptdarsteller.

    Der Thriller "No Country for Old Men" (2007) erzählt vom Katz-und-Maus-Spiel dreier Männer nach einer fehlgeschlagenen Drogenübergabe im Texas der 1980er Jahre. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem vier Oscars, von denen drei (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch) an die Coen-Brüder gingen.

    Joel ist seit 1984 mit der Schauspielerin Frances McDormand verheiratet, die häufig in den Filmen der Brüder mitspielt. Ethan ist ebenfalls verheiratet.


    Filmografie - Regisseur


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    nom 1996 Bester Film Fargo