Emma Thompson

    Aus Film-Lexikon.de

    britische Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin; * 15. April 1959 in London

    Die aus London stammende Emma Thompson wurde durch ihre Eltern (beide Schauspieler) schon früh zur darstellenden Kunst gebracht. Sie studierte Englische Literatur an der Cambridge Universität, wo sie der legendären Schauspielgruppe "Footlights Group" beitrat, die zuvor unter anderem Talente wie die Monthy-Python-Darsteller hervorgebracht hatte. 1980 schloss sie ihr Studium ab, arbeitete beim BBC-Radio und tourte mit Comedy-Shows durchs Land. Sie erhielt anschließend Rollen in verschiedenen Fernsehserien und 1987 ihre eigene komödiantische TV-Show "Thompson".

    Ihre erste Rolle im Londoner Theaterviertel Westend hatte sie 1985 als Sally Smith in "Me And My Girl", zusammen mit ihrem ehemaligen "Footlights Group"-Kollegen Stephen Fry. Die Aufführungen waren sehr erfolgreich, und schon bald erhielt Thompson eine TV-Rolle in der BBC-Produktion "Fortunes of War" (1987), für die sie mit Kenneth Brannagh vor der Kamera stand. Dieser wurde später ihr Ehemann, Schauspielpartner für zehn weitere Filme und Teilhaber der gemeinsamen Produktionsfirma.

    Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre wirkte sie in einigen erfolgreichen Kino- und TV-Filmen mit. Ihr erster Kinofilm war die britische Komödie "Das lange Elend" ("The Tall Guy", 1989). International bekannt wurde sie schließlich in der Rolle der Prinzessin von Frankreich in der Shakespeare-Verfilmung "Heinrich V." (1989). Für ihre Darstellung der Margaret Schlegel in "Wiedersehen in Howards End" (1992, nach dem Roman von Edward M. Forster) erhielt sie den Oscar als Beste Hauptdarstellerin. Hier, wie auch in "Was vom Tage übrig blieb" (1993), spielte sie neben Anthony Hopkins unter der Regie von James Ivory. Der Film "Carrington - Liebe bis in den Tod" (1995), in dem Emma Thompson die Hauptrolle spielte, erhielt 1995 den Spezialpreis der Jury beim Internationalen Filmfestival in Cannes. Sowohl als Drehbuchautorin wie auch als Darstellerin wirkte sie in "Sinn und Sinnlichkeit" ("Sense and Sensibility", 1995, nach dem Roman von Jane Austen) mit und erhielt einen Oscar für die Beste Drehbuch-Adaption. 2001 erschien sie in der TV-Adaption von Margaret Edsons "Wit". In der romantischen Komödie "Tatsächlich ... Liebe" ("Love Actually", 2003) sah man sie neben Hugh Grant, Keira Knightley und Colin Firth. Außerdem wirkte sie in zwei der Harry-Potter-Filme als Professor Sibyll Trelawney, Lehrerin im Fach Wahrsagen, mit.

    1994 ließ sich Thompson von Brannagh scheiden, danach heiratete sie ihren Schauspielkollegen aus "Sinn und Sinnlichkeit", Greg Wise.


    Filmografie - Darsteller


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    Oscar.jpg 1992 Beste Hauptdarstellerin Wiedersehen in Howards End
    Oscar.jpg 1995 Bestes adaptiertes Drehbuch Sinn und Sinnlichkeit
    nom 1993 Beste Hauptdarstellerin Was vom Tage übrigblieb
    nom 1995 Beste Hauptdarstellerin Sinn und Sinnlichkeit
    nom 1993 Beste Nebendarstellerin Im Namen des Vaters