Eine fantastische Frau

    Aus Film-Lexikon.de

    14676 plakat.jpg

    Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr.

    Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen.

    Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.




    Filmstab

    Regie Sebastián Lelio
    Drehbuch Sebastián Lelio, Gonzalo Maza
    Kamera Benjamín Echazarreta
    Schnitt Soledad Salfate
    Musik Matthew Herbert
    Produktion Juan de Dios Larraín, Pablo Larraín

    Darsteller

    Marina Vidal Daniela Vega
    Orlando Francisco Reyes
    Gabo Luis Gnecco
    Antonia Amparo Noguera
    Sonia Aline Küppenheim
    Bruno Nicolás Saavedra
    Alessandra Antonia Zegers

    Kritiken

    www.uncut.at Susanne Gottlieb: Der berührend gemachte Film lebt von der wunderbaren Darstellung der Daniela Vega, einer auch im realen Leben Transgender-Frau.

    www.filmstarts.de Christoph Petersen: Marina ist tatsächlich eine ganz fantastische Frau – und genau deshalb hätte sie auch einen besseren Film verdient gehabt.

    www.furche.at Walter Gasperi : Nicht nur zu einem leidenschaftlichen Plädoyer gegen Diskriminierung, sondern auch zu einem Mutmacher wird so dieses eindrückliche Frauenporträt. Lange haften bleibt die Schlussszene, in der Marina, die auch Unterricht in klassischem Gesang nimmt, mit der Händel-Arie „Ombra mai fú“ nicht nur ihre Trauer, sondern auch ihre Sehnsucht nach einem freien und glücklichen Leben bewegend zum Ausdruck bringt.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    Oscar.jpg 2017 Bester fremdsprachiger Film Chile, Regie: Sebastián Lelio


    Wertungen

    3.5 Sterne
    2 Bewertungen
    Original Una mujer fantástica
    Jahr/Land 2017 / Chile, USA, Deutschland, Spanien
    Genre Drama
    Film-Verleih Piffl Medien
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 104 Minuten
    Kinostart 07. September 2017