Ein Schiff wird kommen

    Aus Film-Lexikon.de

    Bruno Winter ist Mitte fünfzig. Früher einmal, in der DDR, war er Chirurg. Aber nach einer "ungewöhnlichen" Auseinandersetzung mit dem Staat verbannten ihn die Funktionäre aus dem Job in leitender Position. Weil politisch angeblich nicht mehr korrekt. Seitdem fährt er Busse. Doch nun ist auch mit diesem Job Schluss ... Seine Mutter überredet ihn, sich bei einer Agentur eine Frau zu kaufen, um mit dieser dann auf dem elterlichen Bauernhof ein neues Leben zu beginnen. Dubiose Frauenvermittler verschachern ihm wenige Tage darauf Anita; eine Frau, die ihn in der Tat fasziniert. Doch die Vermittler wollen die Frau zurück ... Anita habe überhaupt niemals zum Verkauf gestanden, es läge ein Missverständnis vor. Das will Bruno nicht akzeptieren. Zumal er erkennen muss, dass Anita selbst gegen die Agentur kämpft, weil sie gegen ihren Willen festgehalten wird. Anita arbeitet eigentlich als Kurier, schmuggelt in einem Koffer Kinder nach Deutschland. Dass ihm der kleine vietnamesische Junge aus dem Koffer schon bald ans Herz wachsen wird, dass er mitten in Berlin ein gestohlenes Zirkuspferd adoptiert, dass er seinen in kommunistische Revolutions-Ideale verliebten Vater in der Nacht auf einem Schützenpanzerwagen vor dem Reichstag treffen wird, dass er sich mit den Gangstern seiner Stadt anlegt, dass er sich in Anita verliebt ... - davon und von all den anderen Zufällen, die in naher Zukunft sein Leben total auf den Kopf stellen werden, ahnt Bruno Winter noch nichts. Doch eines ist gewiss in diesem märchenhaften Großstadtfilm - ein Schiff wird kommen. Und die Liebe auch.



    Filmstab

    Regie Pepe Planitzer
    Drehbuch F.O. Spoonman
    Kamera Konstantin Kröning BVK
    Schnitt Haike Brauer
    Produktion Wolfgang Katzke

    Darsteller

    Bruno Karl Kranzkowski
    Anita Christina Grosse
    Oswald Ulrich Faßnacht
    Junge Duc Vu Trung
    Vater Hermann Beyer
    Mutter Carmen Maja-Antoni
    Leo Fabian Busch

    Kritiken

    Dirk Jasper: Ein kurioser Film, der zeitgenössischen und gelegentlich aber auch unglaublichen Realismus mit einer märchenhaften Phantasie mixt.

    cinema 07/2003: Schiff in Seenot: Der Kapitän dieses deutschen Kinokahns hat seinen Dampfer überfrachtet.


    Wertungen

    2.5 Sterne
    14 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2002 / Deutschland
    Genre Drama
    Laufzeit 104 Minuten
    Kinostart 17. Juli 2003