Ein Amerikaner in Paris

    Aus Film-Lexikon.de

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    Der Amerikaner Jerry Mulligan ist kurz nach Kriegsende nach Paris gekommen, um in der Stadt eines Toulouse-Lautrec und Utrillo selber ein berühmter Maler zu werden. Obwohl der Erfolg bisher noch auf sich warten läßt, ist Jerry nicht entmutigt. Im Gegenteil, er ist die gute Laune selber, beliebt im ganzen Viertel, singt und tanzt mit den Kindern der Nachbarn und träumt mit seinem Landsmann Adam Cook vom künftigen Ruhm.

    Eines Tages begegnet Jerry der hübschen und reichen Milo Roberts, deren Leidenschaft es ist, Künstler zu "sammeln", um sie berühmt zu machen. Von Jerry kauft sie gleich zwei Bilder zu einem beachtlichen Preis mit dem Hintergedanken, damit eine Anzahlung auf den Künstler selber geleistet zu haben. Als Jerry seine Mäzenin ausführt, begegnet er Lise und verliebt sich Hals über Kopf in die stubsnasige Pariserin. Doch Lise ist bereits an einen Freund Jerrys, einen älteren Revuestar, vergeben. Sie liebt ihn zwar nicht, fühlt sich ihm jedoch verpflichtet, weil er sie im Krieg unter Lebensgefahr aus einer gefährlichen Situation gerettet hat.

    Daher gibt sie seinem Drängen auf Heirat nach, obwohl ihr Jerry viel mehr bedeutet. Jerry flüchtet sich in die Arme seiner Dollarprinzessin. Zufällig besuchen die beiden Paare eines Abends dasselbe Kostümfest, und dort kommt es zu der Lösung, die weder Jerry noch Lise zu erhoffen wagten ...



    Filmstab

    Regie Vincente Minnelli
    Drehbuch Alan Jay Lerner
    Kamera Alfred Gilks, John Alton
    Schnitt Adrienne Fazan
    Musik George Gershwin, John Green, Saul Chaplin
    Produktion Arthur Freed für MGM

    Darsteller

    Jerry Mulligan Gene Kelly
    Lise Bouvier Leslie Caron
    Adam Cook Oscar Levant
    Henri Baurel Georges Guetary
    Milo Roberts Nina Foch
    George Mattieu Eugene Borden
    Mathilde Mattieu Martha Bamattre

    Kritiken

    Dirk Jasper: Eines der großen Musicals mit überaus harmonischer Verbindung der klassischen Stil-Elemente. Das Leinwanddebüt der Hauptdarstellerin bei ihrem ersten Erscheinen: "Das ist die Choreographie Gene Kellys, die Farbdramaturgie Vincente Minnellis, die Tanzkunst Leslie Carons. Die drei Freunde sitzen im Café, und auf die Frage 'What's she like?' fährt die Kamera auf einen Spiegel an der Wand, in dessen Rahmen Lise als Imagination der Männer erscheint. In sechs Vignetten, jede monochromatisch anders eingefärbt, führt sie Mode und Tanzstil einer bestimmten Epoche vor: Barock und Biedermeier, viktorianisch und jakobinisch, Louis XVI. und die 20er Jahre. Damit zeigt sie die verschiedenen Aspekte ihrer Persönlichkeit: schön oder lustig, sexy oder altmodisch, der Bücherwurm oder das Charleston-Mädchen. - Das Schlußballett vereint wiederum die europäische Kultur in einer faszinierenden Hommage mit dem Hollywood-Musical. Dafür setzte Minnelli zur Überraschung aller einen neuen Kameramann durch, den bis dahin als Meister der Schwarzweißphotographie bekannten John Alton. Nach Jerrys Schwarzweißzeichnung auf dem Künstlerfest folgt die Explosion von Technicolor, Licht und Bewegung. Die großen französischen Maler geben den Ton an: Dufy für die Place de la Concorde, Renoir für den Blumenmarkt, Utrillo für die Montmartre-Straße, Rousseau für den Jahrmarkt, van Gogh für die Place de l'Opéra, Toulouse-Lautrec für das Moulin Rouge" (Reclams Filmklassiker). Dazwischen liegen solch wundervolle Auftritte wie der von Oscar Levant, der in einem großen Konzert gleich alle Rollen selbst verkörpert: Dirigent und Solist, Orchester und Zuschauer. Georges Guétary stürmt die "Stairway to Paradise" empor und liefert Parodie und Apotheose des Musiktheaters im Stile der Folies Bergère. Gene Kelly bezieht Adams Piano als Steptanzboden in einem Solo mit ein; zusammen mit Henri steckt er mit dem Jubelduett "'s Wonderful" das ganze Viertel mit ihrer Lebensfreude an; und der romantische Pas-de-deux mit Leslie Caron am Ufer der Seine "Our Love Is Here to Stay" erinnert an die schönsten Momente mit Fred Astaire und Ginger Rogers.

    Rhein-Zeitung 09.03.1996: Ex-Gl Jerry Mulligan (Gene Kelly) bleibt nach dem Krieg als Maler in Paris, bezaubert von dem Charme der Stadt und der reizenden Tänzerin Lise (Leslie Caron in ihrer ersten Rolle). Dank Kellys brillanter Choreographie, Gershwins mitreißenden Melodie und Vincente Minnellis phantasievoller Inszenierung enttand eines der schönsten Filmmusicals der Kinogeschichte.

    Lexikon des internationalen Films: Aus dem harmonischen Zusammenklang von phantasievoller Inszenierung und brillanter Choreografie ist eine der schönsten Filmmusicals entstanden, das überzeugend den Flair von Paris wiederspiegelt.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    Oscar.jpg 1951 Bester Film
    Oscar.jpg 1951 Bestes adaptiertes Drehbuch Alan Jay Lerner
    Oscar.jpg 1951 Beste Kamera Alfred Gilks, John Alton
    Oscar.jpg 1951 Beste Filmmusik Johnny Green, Saul Chaplin
    Oscar.jpg 1951 Bestes Szenenbild Cedric Gibbons, Preston Ames, Edwin B. Willis, Keogh Gleason
    Oscar.jpg 1951 Bestes Kostümdesign Orry-Kelly, Walter Plunkett, Irene Sharaff
    nom 1951 Beste Regie Vincente Minnelli
    nom 1951 Bester Schnitt Adrienne Fazan


    Wertungen

    4.7 Sterne
    3 Bewertungen
    Original An American In Paris
    Jahr/Land 1951 / USA
    Genre Tanz-/Musikfilm
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 114 Minuten