Effi Briest (2009)

    Aus Film-Lexikon.de

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    Auf Wunsch ihrer Eltern wird die temperamentvolle, siebzehnjährige Effi Briest mit dem fast 20 Jahre älteren Baron von Innstetten verheiratet – im Preußen des 19. Jahrhunderts nichts Außergewöhnliches.

    Effi muss ihrem Ehemann, der früher ein Verehrer der Mutter war, in das verschlafene Ostsee-Küstenstädtchen Kessin fernab der Heimat folgen. Innstetten widmet sich voll und ganz seiner politischen Karriere, Effi hingegen ist oft allein. Schnell langweilt sie das eintönige Leben in Kessin.

    Abwechslung bringt Major Crampas, ein Regimentskamerad Innstettens und charmanter Frauenheld. Mit ihm beginnt Effi eine leidenschaftliche Affäre. Als Innstetten davon erfährt, fordert er Crampas zum Duell heraus, bei dem der Major sein Leben lässt. Effi hingegen zieht ihre Konsequenzen und wagt den Schritt in ein neues Leben.



    Filmstab

    Regie Hermine Huntgeburth
    Drehbuch Volker Einrauch
    Vorlage Theodor Fontanes Roman "Effi Briest" (1896)
    Kamera Martin Langer
    Schnitt Eva Schnare
    Musik Johan Söderqvist
    Produktion Günter Rohrbach

    Darsteller

    Effi von Briest Julia Jentsch
    Geert Freiherr von Innstetten Sebastian Koch
    Major Crampas Misel Maticevic
    Roswitha Margarita Broich
    Johanna Barbara Auer
    Frau von Briest Juliane Köhler
    Herr von Briest Thomas Thieme
    Apotheker Gieshübler Rüdiger Vogler

    Kritiken

    cinema.de: ... erscheint Hermine Huntgeburths Neuinterpretation des klassischen Stoffes geradezu undogmatisch. Ihr Film hält sich eng an die literarische Vorlage und entwickelt doch ein erstaunliches Eigenleben ... Hermine Huntgeburth ... sieht in Effi nicht das Opfer einer gnadenlosen Gesellschaft, sondern eine freiheitsliebende Frau, die selbstbewusst ihren Weg geht. Das macht sie auch im Jahr 2009 zu einem Kind ihrer Zeit ...

    kino-zeit.de: Die kühl-taxierende Erzählweise Fontanes verliert sich im Dickicht der großen Bilder und noch größeren Gefühle. Subtil ist hier kaum etwas, alles atmet die kalkulierte Wucht einer aufwändigen Inszenierung, die modern, frisch und neuartig sein will. Ein Unternehmen, das zwar durchaus gelingt, das zugleich aber das Spezifische der Vorlage zu sehr in den Hintergrund drängt.

    filmsprung.ch: Die moderne "Effi Briest" entfernt sich hauptsächlich durch die Liebesszenen von der Vorlage, erlaubt sich aber auch ein optimistischeres Ende, das wiederum eher dem wirklichen Vorfall entspricht, den Fontane zu seinem Roman inspiriert hatte. Die Musik drängt sich zwar bisweilen zu stark in den Vordergrund, und die Kameraarbeit ist nicht ganz so stilsicher wie bei den britischen Vorbildern. Dafür strahlen die abbröckelnden Hausfassaden und die dreckigen Landstrassen einen authentischen Charme aus. Da zudem die Tonlage sehr gut getroffen wird, lohnt sich diese "Effi Briest" allemal.


    Wertungen

    5 Sterne
    1 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2009 / Deutschland
    Genre Drama
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 118 Minuten
    Kinostart 12. Februar 2009