East/West - Sex and Politics

    Aus Film-Lexikon.de

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    Sechzehn Jahre nach dem Ende der Sowjetunion befindet sich Russland mit seiner Hauptstadt Moskau auf einer rasanten Fahrt in den Kapitalismus. Dies bedeutet Geld, Schönheit, Prunk, Erdöl und Gas, nicht aber Demokratie und Menschenrechte. Die westliche Perspektive beurteilt den Stand einer Demokratie gern am Umgang einer Bevölkerung mit ihren Minderheiten.

    EAST/WEST gibt Einblick in das Verhältnis der Moskauer Mehrheitsbevölkerung und ihrer lesbischen, schwulen, bisexuellen und transidenten Bevölkerung 15 Jahre nach Abschaffung des Art 121, der einvernehmliche homosexuelle Handlungen verbot.

    Nach mehreren Dokumentationen über homosexuelle Lebensstile in den USA und Deutschland findet Jochen Hick in Moskau eine kleine, politische, sich öffentlich zeigende Gruppe vor, die für ihre Rechte auf die Straße gehen und ihre Landsleute aus der politischen Apathie zu wecken versuchen.

    2006 und 2007 begleitet Jochen Hick die politischen Entwicklungen und gewaltvollen Auseinandersetzungen um den Gay Pride und findet skurrile Situationen vor: Unter den schwul-lesbischen Aktivisten in den Straßenkämpfen finden sich viele um Demokratie bemühte Westler, während ihre Gegner von Religiösen und Rechtsnationalen rekrutierte Frauen und Männer sind, die Lesben und Schwulen zornig vorwerfen, keine Kinder in die Welt zu setzen oder schlicht in xenophober Tradition nichts Ungewohntes zulassen wollen. Dennoch: die Gay Prides 2006 und 2007 fanden statt.

    Jochen Hick schaut hinter die Kulissen. Einfühlsam porträtiert er Organisatoren, Befürworter und Gegner einer politischen Lesben- und Schwulenbewegung, baut Brücken nach London, Brüssel und Genf zu westeuropäischen Sympathisanten. Dabei porträtiert er auch diejenigen, für die der Kampf um Demokratie keine lohnende Perspektive ist.



    Filmstab

    Regie Jochen Hick
    Drehbuch Jochen Hick
    Kamera Jochen Hick
    Musik Matthias Köninger, Stefan Kuschner
    Produktion Jochen Hick