Dolpo Tulku – Heimkehr in den Himalaya

    Aus Film-Lexikon.de

    Das Dolpo im Nordwesten Nepals an der Grenze zu Tibet gehört zu den abgeschiedensten Gegenden der Welt. Eingeschlossen von den gewaltigen Gebirgsketten des Himalaya, weitgehend ohne Elektrizität und moderne Kommunikationsmittel, ohne chinesischen oder indischen Assimilationsdruck hat sich dort eine uralte buddhistische Kultur erhalten.

    Vor über 16 Jahren wurde der Hirtenjunge Sherap Sangpo als Reinkarnation eines hochstehenden Lama, des Dolpo Tulku, erkannt und zur Ausbildung ins Exilkloster nach Südindien geschickt. 2008 kehrt er zum ersten Mal wieder in die Berge Nepals zurück, um sein Amt als geistliches Oberhaupt der tief religiösen Menschen des Dolpo anzutreten.

    Die Menschen erwarten den Dolpo Tulku mit großer Zuneigung – und Erwartungen: Er soll den Bewohnern nicht nur spirituell zur Seite stehen: Das Dolpo braucht Schulen, Krankenhäuser, Kommunikation. In faszinierenden Bildern der nepalesischen Bergwelt, in ruhigen, dichten Beobachtungen der Kultur und der Menschen des Dolpo, erzählt der Film von der spannungsgeladenen Begegnung von Tradition und Moderne, von der Spiritualität eines tief verwurzelten Buddhismus und der praktischen Aufgabe, der bitteren Armut entgegenzuwirken. Durch seine Ausbildung ebenso vertraut mit buddhistischer Selbstüberwindung wie mit dem Laptop, stellt sich der junge Dolpo den großen Erwartungen – nicht frei von Selbstzweifeln, aber mit großer Hingabe, überraschendem Humor und tief empfundener Liebe.




    Filmstab

    Regie Martin Hoffmann
    Drehbuch Daniela Hartmann, Martin Hoffmann
    Kamera Thomas Henkel
    Musik Hans Christian Oelert

    Kritiken

    Joachim Kurz (kino-zeit.de) 2010: die bereitwillige und sehr menschliche Art des buddhistischen Geistlichen, seine bescheidene Art, sein Humor sowie seine Selbstzweifel und vor allem die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen machen aus Dolpo Tulku – Heimkehr in den Himalaya einen überaus sehenswerten Film – und zwar nicht nur für Menschen, die sich für den tibetischen Buddhismus interessieren.

    kino.de 2010-01: Sehnlichst empfangen die Einwohner den Mönch mit religiösen Zeremonien, die bis hin zum Ritual seiner Inthronisierung sicher nicht nur für Ethnologen reizvoll sind, zumal die traditionelle Landesmusik mindestens ebenso betört wie die gewaltigen Gletschermassive und Landschaftspanoramen.


    Wertungen

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    Jahr/Land 2010 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Piffl Medien
    Laufzeit 104 Minuten
    Kinostart 07. Januar 2010