Die Schüler der Madame Anne

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    Ein Leben im Pulverfass: die 11. Klasse des Pariser Léon Blum Gymnasiums ist im wahrsten Wortsinn vielfältig. Doch tummeln sich hier viele, die wissen, dass sich der Rest der Welt nicht für sie interessiert. Der junge Muslim Malik, die aggressive Mélanie oder der stille Théo nehmen nicht teil am Wohlstand der Mitte und sie haben sich damit abgefunden. Das Klassenzimmer ist ihre politische Bühne, hier begegnen sich mit voller Wucht kulturelle und persönliche Konflikte. Etwas zu lernen, scheint reine Zeitverschwendung.


    Als die engagierte Lehrerin Anne Gueguen die Klasse übernimmt, begegnen ihr selbstbewusster Unwille und große Provokationslust. Doch die kluge Frau versteht es, mit geschickten Fragen die Muster der Jugendlichen zu durchbrechen. Ohne mit der Wimper zu zucken, meldet sie die Klasse bei einem renommierten, nationalen Schülerwettbewerb an.

    Mit großer Beharrlichkeit gelingt es ihr, die Schüler in eine gemeinsame Aufgabe zu verwickeln. Obwohl die meisten sich noch nie mit Geschichte befasst haben, entdecken die Jugendlichen, dass die längst vergangenen Schicksale auch ihnen viel zu erzählen haben. Für sie beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die sie schließlich zu einer Gemeinschaft macht. Mit viel Sensibilität zeigt ihnen Madame Anne, dass sie Teil von etwas viel Größerem sind.




    Filmstab

    Regie Marie-Castille Mention-Schaar
    Drehbuch Marie-Castille Mention-Schaar, Ahmed Dramé
    Kamera Myriam Vinocour
    Schnitt Benoît Quinon
    Musik Ludovico Einaudi
    Produktion Marie-Castille Mention-Schaar, Pierre Kubel

    Darsteller

    Anne Gueguen Ariane Ascaride
    Malik Ahmed Dramé
    Mélanie Noémie Merlant
    Yvette Geneviève Mnich
    Said Aïmen Derriachi
    Jamila Wendy Nieto

    Kritiken

    www.spielfilm.de Bianka Piringer: Das auf einer wahren schulischen Geschichte basierende Drama handelt von einer Problemklasse in der Pariser Banlieue, die von einer engagierten Pädagogin zum Lernen motiviert wird. Trotz seines Realitätsbezugs lässt sich der Film von seinen guten Absichten forttragen und sucht wiederholt Zuflucht in Gesten der Betroffenheit, statt auf die Glaubwürdigkeit der Charaktere zu achten.

    www.epd-film.de Kai Mihm: Am ehesten kann man »DIE SCHÜLER DER MADAME ANNE« als Pädagogenkino betrachten, das anderen Schülern aus Problemvierteln als Vorbild dienen soll. Ob diese »wahre Geschichte« allerdings irgend etwas mit den Realitäten der Banlieues zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.

    www.programmkino.de Christian Horn: Seine mitreißende Wirkung verdankt das Milieudrama auch dem flotten Erzählrhythmus, der wie aus einem Guss wirkt und sich nirgendwo länger aufhält als nötig. Wunderbar pointierte Szenen umreißen nicht nur die jeweilige Stimmungslage im Klassenzimmer, sondern auch die familiären Hintergründe einiger Schüler.


    Wertungen

    3.5 Sterne
    2 Bewertungen
    Original Les Héritiers
    Jahr/Land 2015 / Frankreich
    Genre Drama
    Film-Verleih Neue Visionen
    FSK ab 6 Jahre
    Laufzeit 105 Minuten
    Kinostart 05. November 2015