Die Polizistin

    Aus Film-Lexikon.de

    Die Hoffnung auf den beruflichen und privaten Neubeginn überwiegt, als es die junge Polizistin Anne nach ihrer Polizeiausbildung in die Tristesse des Rostocker Plattenbauten-Bezirks Lütten-Klein verschlägt. Doch der Polizeialltag ist bestimmt von zäher Bürokratie und der Umgang mit den Menschen, deren Realität von sozialer Armut geprägt ist, gestaltet sich für Anne schwierig. Es fällt ihr schwer, Distanz zu halten. "Du mußt dir eine dicke Haut zulegen", empfiehlt der Kollege Mike, der gerne mehr will als das vertrauensvolle, kumpelhafte Verhältnis zu Anne. Als Anne den 10jährigen Benny trifft, der in seinem familären Umfeld keinen Halt findet, beschließt sie, sich um ihn zu kümmern. Dabei lernt sie Bennys Vater kennen, den russischen Kleinkrimminellen Jegor, zu dem sie sich auf eigenartige Weise hingezogen fühlt. Doch der Spagat zwischen persönlicher Anteilnahme und beruflicher Pflicht fällt Anne zusehends schwerer. Als Jegor versucht, Geld für Bennys Klassenreise aufzutreiben, geraten die Ereignisse außer Kontrolle.



    Filmstab

    Regie Andreas Dresen
    Drehbuch Laila Stieler
    Vorlage Annegret Held
    Kamera Michael Hammon
    Schnitt Monika Schindler
    Produktion Norbert Sauer

    Darsteller

    Frau Kubitschek Katrin Saß
    Anne Gabriela Maria Schmeide
    Mike Axel Prahl
    Jegor Jevgenij Sitochin
    Benny Paul Grubba
    Herr Kubitschek Martin Seifert
    Albert Horst Krause
    Harald Eberhard Kirchberg
    Dirk Christian Giese
    Otto Eberhard Bremer

    Kritiken

    Märkische Allgemeine: Wir hatten fast vergessen. Es gibt auch Filme mit richtigen Menschen und tollen Geschichten. Dresens neuester Film ist wundervolles Kino, aufwühlend ehrlich.

    Junge Welt: "Die Polizistin" lässt einfach hoffen.. Eine einfache, realistische Sozailstudie ohne Schlaumeier-Tonfall, in der Hauptrolle die grandiose Gabriela Maria Schmeide, dazu präzise Dialoge und ein Plot, der nicht alles zu Ende erzählen muss. Schön, gescheit und wahrhaftig.

    Tip: Was "Die Polizistin" zu einem ganz großen "kleinen, schmutzigen Film" macht, ist die unerhörte Kunstfertigkeit, mit der Andreas Dresen und Laila Stieler die Balance halten zwischen geschildertem Alltag und hinzugedichteter Fabel. Es sind diese kleinen Grenzüberschreitungen, die Dresens Film zu einer großen, wahrhaftigen Geschichte machen.