Die Lady und der Herzog

    Aus Film-Lexikon.de

    Grace wird um 1760 als Tochter einer schottischen Familie geboren. Nach ihrem Studium in Frankreich heiratet sie Sir John Elliott, lässt sich aber bald wieder scheiden und wird die Mätresse des Prinzen von Wales, des zukünftigen Georg IV. Ihm gebärt sie eine Tochter. Prinz Philippe, Herzog von Orléans, wird auf sie aufmerksam und nimmt sie 1786 mit nach Frankreich. Ihre Liaison geht zu Ende als die Revolution beginnt, aber trotz ihrer politischen Divergenzen bleiben sie Freunde.



    Filmstab

    Regie Eric Rohmer
    Vorlage Grace Elliott
    Kamera Diane Baratier
    Schnitt Mary Stephen
    Musik Claude Balbastre, Francois-Joseph Gossec
    Produktion Françoise Etchegaray

    Darsteller

    Pulcherie Charlotte Véry
    Grace Elliott Lucy Russell
    Herzog von Orléans Jean-Claude Dreyfus
    Dumouriez François Marthouret
    Champcenetz Léonard Cobiant
    Nanon Caroline Morin
    Herzog von Biron Alain Libolt
    Madame Meyler Héléna Dubiel
    General Laurent le Doyen
    Präsident Georges Benoît
    Beigeordneter Serge Wolfsperger
    Justin Daniel Tarrare

    Kritiken

    Cinema 2002-03: Das komplexe Thema bündelt Rohmer in wenigen prägnaten Sequenzen - Geschichte findet als Kammerspiel statt. Hat man allerdings erst einmal an den Minimalismus gewöhnt, geht dieser Politik mit Privatem verquickende Textmarathon nicht nur zu Herzen, sondern auch an die Nieren. Denn im Schatten der Adel entsorgenden Guillotine redet sich die Lady ob ihrer Begeisterung für Ludwig XVI. beinahe um ihren zarten Hals.

    film-dienst 2002-06: Ein überzeugender, betont unparteiischer Geschichtsentwurf, der auf spielerische Weise die visuelle Wirklichkeit der Epoche aufscheinen lässt.

    Der Spiegel 2002-12: kein hochdramatisches, Blut spritzendes Spekatekel, sondern ein formbewusstes, geradezu akademisch strenges Lehrstück, das die Darsteller vor Kulissen agieren lässt und den Straßenszenen sie Optik von kolorierten Kupfertsichen gibt. Einmal mehr überrascht der 81-jährige Rohmer durch Originalität, allerdings ist seine Historienlektion ein wenig steif und preziös geraten.