Die Grauzone

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    Die tragische und dramatische Geschichte des einzigen bewaffneten Häftlingsaufstands im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, dem am 7. Oktober 1944 insgesamt 451 Häftlinge eines streng isolierten jüdischen Todeskommandos zum Opfer fielen. Diese Häftlinge des sogenannten Sonderkommandos wurden in den Krematorien und Gaskammern der größten nationalsozialistischen Mordfabrik zur Zwangsarbeit eingesetzt.

    Eine Gruppe ungarischer Juden ist an der Vorbereitung eines Aufstandes beteiligt. Die Planungen geraten in Gefahr, als plötzlich ein junges Mädchen lebend unter den Körpern von Ermordeten in der Gaskammer gefunden wird. Den weiblichen Lagerinsassen, die in der Munitionsfabrik arbeiten müssen, gelingt es, Mitgliedern des Sonderkommandos heimlich Schießpulver zukommen zu lassen.



    Filmstab

    Regie Tim Blake Nelson
    Drehbuch Tim Blake Nelson
    Vorlage Roman "The Grey Zone" von Tim Blake Nelson
    Kamera Russell Lee Fine
    Schnitt Michelle Botticelli, Tim Blake Nelson
    Musik Jeff Danna, Johannes Brahms, Johann Strauß
    Produktion Pamela Koffler, Avi Lerner, Danny Lerner, Tim Blake Nelson, Christine Vachon

    Darsteller

    Hoffman David Arquette
    Moll Velizar Binev
    Rosenthal David Chandler
    Cohen Michael Stuhlbarg
    Lowy George Zlatarev
    Alter Mann Dimitar Ivanov
    Schlermer Daniel Benzali
    Doktor Miklos Nyiszli Allan Corduner
    'Hesch' Abramowics Steve Buscemi
    SS-Oberscharführer Eric Muhsfeldt Harvey Keitel
    SS-Hauptsturmführer Josef Mengele Henry Stram
    Dina Mira Sorvino

    Kritiken

    Dirk Jasper: Das Filmdrehbuch basiert auf der 1946 erschienenen Erinnerungsschrift "Ich war Arzt in Auschwitz" des rumänischen Pathologe Miklos Nyiszli, der in einem der Auschwitzer Krematorien arbeiten mußste. Nyiszlis aufsehenerregendes Werk war überhaupt die erste Publikation eines Augenzeugen, der aus dem Innern der Todesfabrik Auschwitz berichtete. Seine Beschreibung des "Kommandos der lebenden Toten" ist eine schonungslose Analyse der traumatischen und radikalen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Sonderkommando. Auf dieser Grundlage ermöglicht der Film eine Auseinandersetzung mit den Abgründen der menschlichen Natur und erinnert in eindringlicher und noch nicht gesehener Weise an das Grauen von Auschwitz.

    Georg Seeßlen (Rhein-Zeitung 28. Januar 2005): Die Grauzone ist alles andere als ein opulenter, melodramatischer Nazi-Film. Er ist streng, fast unbarmherzig und mutet dem Zuschauer einige Bilder zu, die bislang geltende Abbildungsverbote überschreiten. (...) Bewusst geht Tim Blake Nelson in den Darstellungen der Mordmaschine, der Leichenberge und der Folterungen an den Rand dessen, was erträglich ist.