Die Gräfin

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    Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Gräfin Erzebet Bathory (Julie Delpy) gilt als mächtigste Frau im Land – schön, intelligent und nicht bereit, zu akzeptieren, dass Männer in dieser Welt die Regeln nach Belieben manipulieren. Auf einem Fest lernt sie den weitaus jüngeren Istvan (Daniel Brühl) kennen. Leidenschaftlich verlieben sich die beiden ineinander.

    Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Istvans Vater Graf Thurzo (William Hurt) zwingt seinen Sohn, den Kontakt zu Erzebet abzubrechen und beginnt ein intrigantes Spiel. Sein Plan geht auf: Erzebet vermutet eine Zurückweisung aufgrund des hohen Altersunterschiedes und erliegt, getrieben von Sehnsucht und Enttäuschung, der bizarren Idee, das Blut jungfräulicher Mädchen verhelfe ihr zu ewiger Jugend und Schönheit. Immer mehr junge Frauen werden daraufhin auf ihr Schloss gebracht. Erzebets wahnhaftes Verhalten steigert sich zusehends. Sie setzt schließlich alles aufs Spiel – ihren Ruf, ihren Stand, ihr Leben – um für Istvan schön und attraktiv zu sein. Zu spät erkennt sie, dass sie das Opfer politischer Intrigen und Machtkämpfe wurde, an deren Spitze der Vater ihres Geliebten steht ...



    Filmstab

    Regie Julie Delpy
    Drehbuch Julie Delpy
    Kamera Martin Ruhe
    Schnitt Andrew Bird
    Musik Julie Delpy
    Produktion Andro Steinborn für X-Verleih

    Darsteller

    Darvulia Anamaria Marinca
    Istvan Thurzo Daniel Brühl
    Gyorgy Thurzo William Hurt
    Erzebet Bathory Julie Delpy
    Dominic Vizakna Sebastian Blomberg

    Kritiken

    kino-zeit.de: "Blutgräfin" oder unschuldig verurteilt? Massenmörderin oder Opfer? Um die Geschichte der Erzebet Bathory ranken sich unzählige Legenden. Julie Delpy macht daraus ein schillerndes Porträt über eine ebenso faszinierende wie abstoßende historische Figur.

    historienfilme.de: Julie Delpy ("Before Sunrise") schafft mit "Die Gräfin" ein schaurig-unterhaltsames Portrait über die Legende um Erzsébet Báthory, das von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend ist und mit oscarverdächtiger Maske und Kostümen ausgestattet wurde. Die Liebes-Szenen mit Daniel Brühl ("Goodbye Lenin") wirken von Delpys Seite nicht gespielt, sondern verliebt, echt und fasziniert.

    filmstarts.de: In Julie Delpys fünfter Regiearbeit „Die Gräfin“, die auf der 59. Berlinale gezeigt wurde, wird das Mixen von Geschichte und Legende selbst zu einem der Hauptthemen. Die Französin, die persönlich die Titelrolle übernahm, zeichnet das vielschichtige Porträt einer intelligenten, schönen, verrückten, reichen und mächtigen Frau. In der Erzählung von Jugendwahn und unerfüllter Liebe liegen Gut und Böse, Überliefertes und Erdachtes nah beieinander und werden geschickt verwoben, unter Hinweis darauf, dass Geschichte von den Siegern geschrieben werde und diese wenig mit der Wahrheit am Hut hätten. Diese reizvolle Herangehensweise kann jedoch genauso wenig über die Längen des Films hinwegtäuschen wie die hervorragenden Schauspieler.


    Wertungen

    3 Sterne
    1 Bewertungen
    Original The Countess
    Jahr/Land 2008 / Deutschland, Frankreich
    Genre Drama
    Film-Verleih X-Verleih/Warner Bros.
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 98 Minuten
    Kinostart 25. Juni 2009