Detroit

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    Der Sommer 1967 ist ein ausschlaggebender Moment in der modernen amerikanischen Geschichte, als das Land von wachsenden politischen und sozialen Unruhen heimgesucht wird. Die Eskalation des Vietnamkriegs sowie jahrzehntelange Ungleichheit und Unterdrückung fordern ihren Tribut.

    Die Unzufriedenheit und kochende Wut finden schließlich ihren Höhepunkt in den Großstädten, wo die afroamerikanische Gemeinschaft seit jeher mit systematischer Diskriminierung sowie hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Kathryn Bigelows neustes Werk fokussiert sich auf die schreckenerregenden Ereignisse eines Abends während der Bürgerrechtsaufstände in Detroit: Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an.

    Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen – in Isolation sollen sie durch Einschüchterung zum Geständnis gedrängt werden. Das lebensbedrohliche Machtspiel eskaliert und bringt schwerwiegende Folgen mit sich …





    Filmstab

    Regie Kathryn Bigelow
    Drehbuch Mark Boal
    Kamera Barry Ackroyd
    Schnitt William Goldenberg, Harry Yoon
    Musik James Newton Howard
    Produktion Kathryn Bigelow, Mark Boal, Matthew Budman, Steven DeRoch, Megan Ellison, Colin Wilson

    Darsteller

    Melvin Dismukes John Boyega
    Philip Krauss Will Poulter
    Carl Cooper Jason Mitchell
    Auerbach John Krasinski
    Fred Temple Jacob Latimore
    Demens Jack Reynor
    Larry Algee Smith
    Karen Kaitlyn Dever
    Greene Anthony Mackie

    Kritiken

    www.cinetastic.de Peter Gutting: Trotz ihres 50 Jahre alten Stoffes hat Kathrin Bigelow einen hochaktuellen Film gedreht. Indem sie die realen Ereignisse möglichst genau nachzeichnet, legt sie die Einstellungen und Mechanismen frei, die die damalige Eskalation erst möglich machten. Man braucht keineswegs nur in die USA zu schauen, um zu würdigen, wie verdienstvoll dieses handwerklich perfekte Spannungskino ist.

    www.moviebreak.de Oliver Koch: Mit "Detroit" schafft es Kathryn Bigelow erneut den Kinobesuchern eine US-amerikanische Krise derart bitter zu demonstrieren, dass der Zuspruch von Spaß beim Schauen dieses Streifens eine mehr als missliche Wortwahl wäre. Außerordentlich gespielt und eine erzählerische Struktur, die sich anfühlt wie eine Mini-Serie. Mit einem etwas holprigen Start schafft es Bigelow jedoch auf einer sehr vermögenden Linie zu unterhalten und entlässt das Publikum wie auch schon bei Zero Dark Thirty mit gemischten Gefühlen und prekären Zweifeln. Eine Lehrstunde, die an die Nieren geht.

    www.film-rezensionen.de Oliver Armknecht: „Detroit“ erinnert an einen rassistisch bedingten und tödlichen Vorfall, der 50 Jahre zurück liegt und dabei erschreckend aktuell erscheint. Trotz der einen oder anderen Vereinfachung und Unglaubwürdigkeit ist das Thrillerdrama eine spannende und erschütternde Geschichtsstunde, die durch Mark und Bein geht.