Der Wald vor lauter Bäumen

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    Für ihr neues Leben macht sie sich jede Menge Hoffnungen. Melanie hat sich fest vorgenommen, alles richtig zu machen. Höflich stellt sie sich mit einem „Selbschtgebrannten“ bei ihren Nachbarn vor. Bei ihrem Einstand hält sie eine feurige Rede vor den neuen Kollegen. Sie will „frischen Wind“ in die Schule bringen. Doch die alteingesessenen Kollegen sind von Melanies „Pädagogik“ genervt. Die Schüler haben schnell ihre Schwachstellen entdeckt. Ein Junge schmeißt Kakao nach ihr. Es ist nicht leicht, ein neues Leben anzufangen. Nach einer Weile macht sich Einsamkeit breit, denn in Karlsruhe hat offensichtlich niemand auf sie gewartet. Aber Melanie lässt sich nicht entmutigen und knüpft Kontakt zu ihrer Nachbarin Tina. Gerade von ihrem Freund verlassen, ist Tina zunächst jede Ablenkung recht. Aber bald wird klar, dass Tina schon genügend Freunde hat - ohne Birkenstocksandalen. Je mehr Tina sich zurückzieht, desto drängender werden Melanies Bemühungen um die Freundschaft.

    Mit jedem neuen Annäherungsversuch beginnt sie, eine Grenze mehr zu überschreiten, verstrickt sich in einen Kreislauf aus Lügen, falschen Hoffnungen und Selbsterniedrigung. Melanie Pröschle ist zu engagiert für diese Welt. Sie ist irritierend enthusiastisch, unfreiwillig komisch und manchmal unglaublich peinlich. Sie möchte alles richtig machen und macht dabei doch so vieles falsch.



    Filmstab

    Drehbuch Maren Ade
    Kamera Nikolai von Graevenitz
    Schnitt Heike Parplies
    Musik Ina Siefert, Nellis Du Biel
    Produktion Janine Jackowksi / Kaufmann Wöbke GbR, SWR, HFF München

    Darsteller

    Frau Sussmann Ilona Schulz
    Melanie Pröschle Eva Löbau
    Tina Schaffner Daniela Holtz
    Thorsten Rehm Jan Neumann
    Tobias Robert Schupp
    Lutger Reinhardt Heinz Röser-Dümmig
    Renate Pföhler Martina Eckrich
    Bine Nina Fiedler
    Gerd Postweiler Hans-Rüdiger Kucich
    Elvira Fischer-Walter Ruth Köppler
    Bernd Achim Enchelmaier
    Melanies Mutter Monika Hirschle
    Melanies Vater Volker Jeck
    Recycler Hans-Peter Gastiger

    Kritiken

    Süddeutsche Zeitung, 27.1.2005: Wie Maren Ade und Eva Löbau diese Figur auseinander nehmen, das erinnert an die Arbeiten des Dogma-Kinos. Im schönsten Moment ihres Films aber fügen sie die Scherben wieder zusammen, in einen Moment der Poesie, der den aufzählenden Realismus endlich überwindet.

    Stern, 27.1.2005: Der Wald vor lauter Bäumen ist eine schonungslose Mischung aus Komödie und Tragödie, unglaublich gut gespielt, so echt, dass es wehtut. Und der beste Kommentar zur Pisa-Studie sei langem.


    Wertungen

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    Original -
    Jahr/Land 2003 / Deutschland
    Genre Drama
    Film-Verleih Timebandits Films GmbH
    FSK ab 6 Jahre
    Laufzeit 81 Minuten
    Kinostart 27. Januar 2005