Das wandelnde Schloss

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    Das Mädchen Sophie arbeitet als Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters. Bei einem ihrer seltenen Besuche in der Stadt lernt sie zufällig den attraktiven und charismatischen Zauberer Hauro kennen. Sie verliebt sich in ihn und wird daraufhin von einer eifersüchtigen Hexe mit einem Fluch belegt, der sie in eine alte Frau verwandelt. Plötzlich muss Sophie sich im gebrechlichen Körper einer 90-Jährigen zurechtfinden!

    Unerkannt verlässt sie ihre Heimatstadt und zieht in die Ferne, um Hauro zu suchen und den bösen Fluch rückgängig zu machen. Schließlich findet sie ihn und arbeitet von nun an als Putzfrau in seinem geheimnisvollen "wandelnden Schloss" - ein gigantisches mechanisches Ungetüm, das sich auf insektenähnlichen Beinen bewegt, aus allen Löchern pfeift und seine Türen in vier verschiedene Welten und Zeiten öffnen kann.

    Feuer-Teufel Calcifer, der das Haus bewacht, und Hauros kindlicher Assistent Markl werden bald ihre Freunde - nur der selbstverliebte Hauro schenkt ihr kaum Beachtung und genießt das Leben in seiner unbekümmerten Art. Als er jedoch vom König berufen wird, sein Land vor dem drohenden Krieg zu retten, übernimmt er endlich Verantwortung. Doch das alleine reicht nicht: erst Sophies wachsende Liebe zu ihm vermag schließlich den Fluch zu lösen, sie beide zu retten und die Welt vor Zerstörung zu bewahren ...



    Filmstab

    Regie Hayao Miyazaki
    Drehbuch Hayao Miyazaki
    Vorlage Diana Wynne Jones
    Kamera Takeshi Seyama
    Musik Joe Hisaishi, Youmi Kimura
    Produktion Ned Lott, Toshio Suzuki, Rick Dempsey

    Darsteller

    Calcifer Gerald Schaale
    Hauro Robert Stadlober
    Sophie Sunnyi Melles
    Mark Kevin Iannotta
    Hexe Barbara Ratthey
    Suliman Maddalena Kerrh
    Lettie Claudia Lössl
    Hanna Marian Köhler
    König Thomas Rauscher
    Bettsy Martion Hartmann

    Kritiken

    Birgit Glombitza (Die Zeit, 25. August 2005): Wie immer bei Hayao Miyazako sind Gespenster und Magier seltsame Zwischengestalten. Ihnen kann das Herz fehlen wie bei dem selbstverliebten Hauro. Manchmal auch der Verstand wie bei der Hexe aus dem Niemandsland, die nach dem Verlust ihrer magischen Kräfte in stumpfe Demenz verfällt. In ihren Triumphen werden diese Wesen unheimlich, in ihren Defekten harmlos. So harmlos, dass die in Tapferkeit gereifte Sophie die Macken ihres Geliebten korrigieren und sich die Liaison zwischen Leben und Zauberei endlich erfüllen kann. So gesehen ist Das wandelnde Schloss, mehr als alle anderen Hayao Miyazako-Werke, eine ziemliche Schnulze. Doch das macht aus dem Film noch kein sentimentales Alterswerk. Eher einen Hayao Miyazako für Einsteiger.

    film-dienst 17/2005: Ein im Industriezeitalter des 19. Jahrhunderts angesiedeltes Anime voller überbordender Bildeinfälle, das vor der Bedrohung der menschlichen Zivilisation durch Technik und Krieg warnt und ein Hohelied auf die Macht der Liebe anstimmt. Bei aller Zuversicht behält jedoch ein düsterer Grundton die Oberhand.

    Der Spiegel 34/2005): Aus dem Bestseller der englischen Autorin Diana Wynne Jones hat der japanische Trickfilmer Hayao Miyazako, Oscar-Preisträger von 2003, einen rührend altmodischen Animationsfilm gemacht, der in Japan 14 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte.


    Wertungen

    4.3 Sterne
    4 Bewertungen
    Original Hauru no ugoku shiro
    Jahr/Land 2005 / Japan
    Genre Zeichentrick
    Film-Verleih Universum/Buena Vista
    FSK ab 6 Jahre
    Laufzeit 120 Minuten
    Kinostart 25. August 2005